Die Preußische Bergwerks- und Hütten AG (Preussag), Hannover, eine 100prozentige Tochter der im Bandesbesitz befindlichen Vereinigte Elektrizitäts- und Bergwerks AG (VEBA), Hamburg, erzielte im Geschäftsjahr 1957 trotz der Preisrückgänge für NE-Metalle und erhöhter Personalkosten ein befriedigendes Ergebnis. Der Umsatz einschl. der Tochtergesellschaften belief sich auf 747,12 (i. V. 807,59) Mill. DM, wobei die Umsätze im NE-Metall-Sektor stärker mit 419,64 (477,75) Mill. DM rückläufig waren. Wie es in dem Geschäftsbericht heißt, verlief der Absatz der veiter gestiegenen Produktion zufriedenstellend. Bein Absatz von Industriekohle zeichneten sich am Ende des Berichtsjahres Schwierigkeiten ab; der Umsatz im Erdölbereich ist gestiegen. Im gesamten Konzern wurden 414 800 (336 500) t Erdöl, 2,24 (2,22) Mill. t Steinkohle, 70 468 (68 525) t Blei, & 397 (81 360) t Zink und 648 (618) Mill. kWh Strom erzeugt. Durch die Betätigung der Gesellschaft auf verschiedenen Gebieten der Grundstoffgewinnung und -verarbeitung haben unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungen einzelner Zweige innerhalb des Konzerns weitgehend ausgeglichen werden können. Steinkohlenbergwerk Barsinghausen und Erzbergwerk Mechernich, die eine ständige Verlustquelle waren, sind stillgelegt worden.

In der Zeit seit der Währungsreform bis Ende 1957 wurden von den Preussag-Werken einschließlich der Beteiligungsgesellschaften insgesamt 575,8l Mill. DM investiert, davon 116,12 Mill. DM im Erdölbereich und der Bohrverwaltung. Die Preussag AG ist bereits heute der drittgrößte Erdölproduzent in der Bundesrepublik. Wie von Vorstandsseite ergänzend zum Geschäftsbericht 1957 des Konzerns mitgeteilt wird, sollen in den nächsten fünf Jahren weitere 350 Mill. DM investiert werden. Von dieser Summe werde der Erdölsektor etwa 135 bis 150 Mill. DM erhalten. Auch werde eine noch schärfere Rationalisierung in den Betrieben erstrebt. Es wurde angekündigt, das 75 Mill. DM betragende Grundkapital um 30 Mill. DM auf 105 Mill. DM durch Inanspruchnahme des privaten Kapitalmarktes zu erhöhen. Die Heraufsetzung des Kapitals könne aus eigenen Mitteln nicht durchgeführt werden. Es werde an die Ausgabe von Preussag-Aktien in breiter Streuung gedacht, wobei der Emissionszeitpunkt und der Kurs jetzt noch nicht geklärt seien. Unabhängig von den Kapitalaufstockungsplänen sei das Investitionsprogramm des Jahres 1958 gesichert.

Im Geschäftsjahr 1957 beliefen sich die Investitionen – sie wurden fast vollständig aus Abschreibungen finanziert, auf 84,2 (65,8) Mill. DM. Auf die unmittelbaren Preussag-Werke entfielen davon 61,7 (41,5) Mill. DM. Der Erdöl-Bereich hatte auch 1957 mit 31,0 (23,9) Mill. DM den größten Anteil, es folgten die Steinkohlenbergwerke mit 27,6 (13,9) Mill. DM. Darüber hinaus sind im NE-Metallbereich erhebliche Mittel für den Ausbau und die weitere Rationalisierung der Metallhütten aufgewendet worden. Die Fortführung der umfangreichen Vorhaben zur Leistungssteigerung und Sicherung der Ertragskraft werden auch künftig die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gesellschaft stark beanspruchen. Die Rohölförderung ist im Berichtsjahr gegenüber 1956 weiter gestiegen und zwar etwas mehr als im Vergleich zur Erhöhung der Gesamtförderung im Bundesgebiet. Der Anteil des Konzerns an der Gesamtförderung belief sich auf 10,5 v. H. Die Erdgasförderung stieg erneut auf 19 (i. V. 17) Mill. cbm, damit stieg der Anteil an der Gesamtförderung in der Bundesrepublik auf 5.3 (4,6) v. H.

Zur Erschließung von Absatzmöglichkeiten für das in Süddeutschland gewonnene Erdgas beteiligt sich die Preussag an der Gründung der Bayerischen Erdgasleitung GmbH. Die bis Anfang 1957 günstige Absatzlage des Steinkohlenbergbaues wurde Ende des Berichtsjahres durch Importkohle und durch den Einbruch von Heizöl auf den Steinkohlenmarkt beeinflußt. Die Steinkohlenbergwerke Ibbenbüren konnten die Steinkohlenförderung gegenüber 1956 um 1,85 v. H. auf 1,82 Mill. t erhöhen, vom Steinkohlenbergwerk Obernhausen wurde die Förderung mit 416 000 (430 000) t Steinkohle nahezu gehalten. Im Sektor der NE-Metalle sind nach Mitteilung der Preussag die Harzer Berg- und Hüttenbetriebe auf Grund der Erzführung der vorhandenen Lagerstätten und der modernen Bergwerks-, Aufbereitungs- und Hüttenanlagen durchaus in der Lage, bei leichter Erhöhung der Metallpreise mit wirtschaftlichem Nutzen zu arbeiten. Die Harzer Betriebe erzeugten 1957 insgesamt 26 520 (22 535) t Handelsblei, 41 801 (41 127) t Rohsilber und 11 110 (9340) t Zinkkonzentrat. Das wirtschaftliche Ergebnis der Werke war zufriedenstellend. Am Ende des Berichtsjahres waren im Preussag-Konzern 22 223 (22 967) Personen beschäftigt. Der Rückgang ist auf die Stillegung des Steinkohlenbergwerkes Barsinghausen zurückzuführen. Für das Geschäftsjahr 1957 wird eine Dividende von wieder 7 v. H. aus 5,25 (5,34) Mill. DM Jahresgewinn verteilt werden. H. B.