Das Schlußkapitel zum Fall Schörner kann geschrieben werden: Der Bundesgerichtshof hat das Urteil des Münchener Schwurgerichts gegen den Generalfeldmarschall a. D. bestätigt. Zu Recht ist also Ferdinand Schörner zu 4 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er 1945 einen Obergefreiten ohne Gerichtsverfahren an die Wand stellen ließ und weil er versuchte, den Kommandanten von Neiße und dessen Stellvertreter ohne Kriegsgericht, erschießen zu lassen.

Schörners letztes Wort im Bundesgerichtshof: "Gestatten Sie mir vom Standpunkt des Soldaten einige Bemerkungen. der Mann soll in der Nacht erschossen worden sein ... unmöglich ... ging ja gar nicht, war ja viel zu dunkel... wie sollte man denn da überhaupt zielen ... fragen Sie mal einen Jäger .." Zeugen aber hatten zweifelsfrei bestätigt, daß Schörners Erschießungsbefehl ausgeführt worden war. Ein einziger Satz hätte genügt, sich – trotz allem, was geschehen ist – doch noch einen Abgang mit Anstand zu verschaffen: an Stelle technischer Erläuterungen über Hinrichtungen der Satz: "Ich kann es selbst nicht mehr verstehen, es tut mir leid." Aber vielleicht ging das nicht – "vom Standpunkt des Soldaten", jedenfalls des Soldaten Ferdinand Schörner. G. Z.