Die Vereinigte Aluminium-Werke AG (VAW), Berlin-Bonn, der bedeutendste Aluminiumproduzent der Bundesrepublik, hält eine Rückkehr zu den bis 1955 gültigen zollpolitischen Bestimmungen für erforderlich. Wie die Vorstandsmitglieder Dr. Röhrs und Dirksen vor der Presse erklärten, setze sich die Aluminiumindustrie für die Beseitigung des 1955 eingeführten zollfreien Importkontingents von 40 000 t Und für eine allgemeine Verzollung der Aluminium-Einfuhr mit 7 v. H. ein. Dieser Satz wurde bisher nur bei Aluminium-Einfuhren angewandt, die über das zollfreie Kontingent hinausgingen.

Die Vereinigte Aluminium-Werke konnten im Geschäftsjahr 1957 ihre Kapazität von 126 000 t bei einer Produktion von 111 498 t Hüttenaluminium nicht voll auslasten. Für 1958 rechnet man mit einer Produktion zwischen 95 000 und 100 000 t. Die damit verbundenen Schwierigkeiten treffen die Aluminium-Werke in einer Zeit hoher Investitionsanforderungen. Die VAW haben bis Ende des Berichtsjahres den verhältnismäßig niedrigen Betrag von 185,59 investiert, wovon 76 v. H. durch Abschreibungen finanziert wurden, 11 v. H. durch Kapitalerhöhung und 13 v. H. durch Aufnahme langfristiger Verbindlichkeiten. Das Berichtsjahr brachte eine Erhöhung der Investitionen von 46 auf 55 Mill. Mit ähnlichen Beträgen wird für 1958 und auch noch in der kommenden Zeit gerechnet. Sie dienen nicht dem Ausbau der Aluminiumkapazität, sondern sind für den Bau des Kraftwerks in Frimmersdorf sowie für Maßnahmen zur Sicherung der Rohstoffversorgung und Stabilisierung der Marktposition bestimmt.

1957 stieg der Umsatz der VAW von 305,2 auf 320 Mill., die Produktion von Hüttenaluminium von 7 700 t oder 7,4 v. H. auf 111 498 t. Die Kapazität von 120 000 t konnte Ende des Jahres nicht mehr ausgelastet werden. Im Winter 1957/58 wurde auf den Zukauf teuren Winterstroms für Töging verzichtet, auch bei anderen Hütten wurden Teilabschaltungen vorgenommen, wobei das Werk in Lünen am schwersten betroffen wurde. Dort wurde ab Januar 1598 die Kapazität um ein Drittel gedrosselt. Schon im Berichtsjahr mußte die Zahl der Beschäftigten von 6 200 auf 6000 verringert werden. Das laufende Jahr brachte weitere Freistellungen. Die VAW bleiben dennoch für 1957 bei der seit 1955 gezahlten Dividende von 8 v. H. H. B.