Die Hauptversammlung der Dynamit Actien-Gesellschaft vorm. Alfred Nobel & Co., Troisdorf, beschloß, für das Geschäftsjahr 1957 auf das Grundkapital von 47 Mill. DM unverändert 12 v. H. Dividende zu verteilen. Nach Mitteilung des Vorstandsvorsitzenden Dr. Ernst R. Fischer (Bad Godesberg) sind die von der Währungsreform bis Ende 1957 vorgenommenen Investitionen in Höhe von rund 138 Mill. DM zu 81,5 v. H. aus Abschreibungen finanziert worden. 48 v. H. der Investitionen in 1957 in Höhe von 36 Mill. DM seien auf die Sparten Kunststoffe und chemische Erzeugnisse entfallen. Die Aufwendungen des laufenden Jahres würden kaum niedriger sein, da die Gesellschaft zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit anstreben müsse, wichtige Roh- und Hilfsstoffe möglichst selbst herzustellen und die Fabrikationskosten durch den Einsatz modernster Maschinen zu senken. Im Hinblick auf den guten Markt für Erzeugnisse aus Polyvinylchlorid sei inzwischen mit dem Ausbau der Produktionskapazität auf diesem Sektor begonnen worden. Trotzdem sei, der Umsatz der Gesellschaft im ersten Halbjahr 1958 um 6,2 v. H. gestiegen. Einer Zunahme im Inland um 12,3 v. H. stehe jedoch ein Rückgang des Exportgeschäftes um 15,2 v. H. sowohl in Kunststoffen als auch Spreng- und Zündmitteln gegenüber. Einschließlich der Tochtergesellschaften habe Dynamit Nobel in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres eine Umsatzsteigerung von 7,4 v. H. erzielt. Das Ergebnis des Gesamtjahres werde weitgehend von der Entwicklung der Preise und Kosten abhängen. Ein Ausgleich der sich aus der Verkürzung der Arbeitszeit und Lohnerhöhungen ergebenden Belastungen durch eine Steigerung des Umsatzes und Rationalisierungsmaßnahmen werde im Gegensatz zu 1957 in Zukunft nicht mehr möglich sein. Aus Wettbewerbsgründen sei mit einer weiteren Ermäßigung der Verkaufspreise zu rechnen. Die Unternehmensleitung hoffe jedoch, auch für 1958 ein befriedigendes Ergebnis vorlegen zu können, das aber wahrscheinlich nicht ganz dem des Vorjahres entsprechen werde.

Die HV beschloß, im Hinblick auf die von der Flick-Gruppe schon vor längerer Zeit erworbene wesentliche Beteiligung an der Gesellschaft Dr. Friedrich Flick (Düsseldorf) in den Aufsichtsrat zu wählen. Daneben wurde der Vorstandsvorsitzende der Rheinischen Stahlwerke Werner Söhngen (Essen) und Konrad Kaletsch (Düsseldorf) berufen. Dr. Dieter Bührle (Zürich-Örlikon), Dr. Josef Stegmann (Köln) und Rudolf Stoeter-Tillmann (Essen) wurden wiedergewählt. Laut HV-Beschluß wird der Aufsichtsrat auf neun Mitglieder erweitert. D. L.