Die Deutsche Dampfschifffahrts-Gesellschaft „Hansa“, die mit ihren zur Zeit etwa 340 000 Tragfähigkeitstonnen zu den großen Drei der deutschen Schiffahrt gehört, hat das Dividendensignal für 1957 auf sieben v. H. vorgeheißt, nachdem sie als erste deutsche Reederei im Vorjahr mit sechs v. H. die Dividendenzahlung aufgenommen hatte. In der vorgeschlagenen Dividende spiegelt sich der günstige Verlauf des Berichtsjahres für die Linienschiffahrt wider. Allerdings ist zu berücksichtigen, daß sich inzwischen die Flaute auf dem Weltfrachtenmarkt auch auf die Linienfahrer auswirkt, und zwar, weil sie als Basisladung heimkehrend Rohstoffe befördern. Bei der „Hansa“ zeigt sich so auch ein Rückgang des Ladungsaufkommens in der heimkehrenden Fahrt. Ausgehend war es dagegen weiter gut. Gewisse Schwierigkeiten bestehen im Hinblick auf den wachsenden Flaggenprotektionismus, vor allem in der Spanien-Fahrt, neuerdings auch in Indien. Der Wettbewerb hat sich verschärft, der Druck geht dabei vorwiegend von den Flotten unter den steuerbegünstigten Flaggen aus. Auf lange Sicht scheint jedoch die „Hansa“ gute Möglichkeiten für sich auszurechnen, wie das umfangreiche Neubauprogramm zeigt, das die Reederei bis 1960 weit über die 400 000-tdw-Marke hinaustragen wird. Zu den gegenwärtig 48 Schiffen kommen bis dahin sechs weitere Einheiten mit gut 73 000 tdw. Die Finanzierung dieses Bauprogramms ist weitgehend durch langfristige Hypothekenkredite gesichert. Zur weiteren Deckung des Finanzierungsbedarfs ist die Emission einer 15-Mill.-DM-Anleihe in Aussicht genommen, die, wie verlautet, Ende August erwartet wird.

Das Schiffahrtsbetriebsergebnis ist im Zusammenhang mit der günstigen Entwicklung um 13 v. H. auf 43,77 Mill. DM gewachsen. Entsprechend konnten die Abschreibungen auf 30,54 (28,31) Mill. verstärkt werden, weiter wurden den Rücklagen 1,63 Mill. DM zugeführt. Dennoch deckten per Ultimo 1957 die Eigenmittel von 12 Mill. DM das Anlagevermögen und die Vorräte erst zu sieben v. H. Inzwischen ist mit der Kapitalerhöhung von Beginn dieses Jahres von 6 auf 15 Mill. DM und einer weiteren Stärkung der gesetzlichen Rücklage um 0,9 Millionen DM eine weitere Besserung vorgenommen worden, Die Gesamtverbindlichkeiten haben sich per 31. Dezember 1957 mit 175,89 (172,89) Millionen DM nur wenig verändert. Langfristige Verbindlichkeiten wurden übrigens auf 136,82 (141,58) Mill. DM zurückgeführt. (HV am 8 August.) Sml