Die Deutsche Genossenschaftskasse (Spitzeninstitut der genossenschaftlichen Kreditwirtschaft), Frankfurt/Main, verzeichnete auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 1957 eine weitere Zunahme der Geschäftstätigkeit. Der große Einlagenzuwachs und die gebotene Zurückhaltung im Kreditgeschäft haben die Bilanzen der genossenschaftlichen Kreditinstitute stark verflüssigt. Die Bilanzsumme stieg durch die über die Zentralkassen zufließenden nicht angelegten Mittel übernormal um 71,9 v. H. (13,7 v. H. im Vorjahr) von 711,9 Mill. DM auf 1223,4 Mill. DM an. Das ausgewiesene Eigenkapital erhöhte sich um insgesamt 4,6 Mill. DM und betrug am 31. 12. 57 einschl. des Gewinnvortrages aus dem Vorjahr 91,1 Mill. DM.

Das kurzfristige Kreditbedürfnis konnte voll befriedigt werden. Für mittel- und längerfristige Kredite, für die die Bank nach wie vor einen großen Bedarf hat, wurde den genossenschaftlichen Kreditinstituten neben Zurverfügungstellung von Beträgen aus eigenen Mitteln neue Kreditmöglichkeiten erschlossen. Nachdem der Deutschen Genossenschaftskasse das Recht zur Ausgabe von Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit bis zu zehn Jahren zuerkannt wurde, konnte der Genossenschaftssektor erstmalig unmittelbar an den Kapitalmarkt herantreten. Im Juli 1957 wurde eine erste 7 1/2prozentige Anleihe in Höhe von 30 Mill. DM aufgelegt, eine zweite Anleihe in Höhe von 30 Mill. DM wurde am 4. November 1957 genehmigt. Eine dritte Tranche gleicher Schuldverschreibungen von 20 Mill. DM wurde zu Jahresende beantragt und Anfang 1958 genehmigt. Die im Berichtsjahr angelaufenen ERP-Kreditaktionen 1956 und 1957 für den gewerblichen Mittelstand nahmen einen schleppenden Verlauf, was die Deutsche Genossenschaftskasse zum wesentlichen Teil auf die die Einsatzmöglichkeiten stark einengenden formellen Kreditbedingungen zurückführt. V. D.