DIE ZEIT

Erleichterung in Beirut

Der neugewählte Staatspräsident des Libanon, General Fuad Schehab, tritt ein schweres Erbe an – wobei es freilich im Augenblick noch ganz dahinsteht, wann er es antreten wird, denn Schamuns Wahlperiode läuft theoretisch erst am 24.

Kuweits Taube

Im Brennpunkt des englischen Interesses steht augenblicklich das Schicksal des Protektorats Kuweit, das drei Fünftel des Ölbedarfs von Großbritannien deckt.

Ulbrichts Romantik

Keiner soll behaupten, daß die SED keinen Sinn für Romantik habe. Im Gegenteil: „an Romantik“, so versicherte Ulbricht vor dem FDJ-Aktiv Berlin, „fehlt es bei uns nicht“.

Die Zone macht den Vorhang dicht

Man kann Fieber nicht dadurch bekämpfen, daß man das Thermometer kaputt macht. Und man kann Fehler im politischen System nicht – wie die SED offenbar meint – dadurch aus der Welt schaffen, daß man die Funktionäre beschimpft.

Risse – drüben wie hüben

Selten noch hat man es so deutlich sehen können wie gerade jetzt, daß Ost und West gleichermaßen an Disintegration leiden. Gewöhnlich nämlich treten die Symptome dieser Krankheit im Westen so viel deutlicher in Erscheinung, daß man darüber die Risse im Ostblock ganz vergißt oder sie gar nicht erst wahrnimmt.

Die Fünfte Republik

Frankreichs Sorgen sind immer noch Europas Sorgen. Wer da glaubte, dieses Land einem ungezogenen Kinde gleich in die Ecke stellen zu können, hat sich getäuscht: Der Putsch vom 13.

Stolz der Kleinen

Stolz wie die Spanier! Man tut den iberischen Granden leicht unrecht. Ihr Stolz hatte Größe – auch dann noch, als Spanien längst zum kleinen Land am Rande Europas geworden war.

Italiens neuer Premier

Die italienische Landschaft Toskana ist nicht nur durch die vollkommene Harmonie ihrer Hügel, Berge und Täler, nicht nur durch die Kunstschätze von Florenz, Siena oder Pisa ausgezeichnet, sondern auch durch das Temperament ihrer Bewohner, die zugleich die Zivilisiertesten, die Geizigsten, die Bösesten und die Intelligentesten der Halbinsel sind – so daß sie denn von den übrigen Italienern nicht durchweg geliebt werden.

ZEITSPIEGEL

„Jedesmal, wenn ich den Sitzungssaal betrete, lege ich vorschriftsgemäß meine Zigarre ab, aber nur sehr selten ist sie noch da, wenn ich aus dem Saal herauskomme.

Im blutbefleckten Königspalast von Bagdad

Nach Tagen ungeduldigen Wartens im heißen Damaskus, nach endlosen Palavern in Flugbüros, nach dutzendfachen Erkundigungen, ob der Weg über die Grenze frei sei, kam endlich die Chance: Man bot mir einen Sitz in einer syrischen Militärmaschine an, die nach Bagdad fliegen sollte.

Italien kämpft gegen Analphabetentum

Fanfanis Zehnjahresplan zum Aufbau von Schule und Universität stellt einen Generalangriff dar auf den Voll- und Halb-Analphabetismus, der in einer immer weiter stärker technisierter und immer komplizierter werdenden Welt breite Schichten des italienischen Volkes zur chronischen Arbeitslosigkeit zu verurteilen droht.

Der Reisende aus Rom

Der italienische Ministerpräsident Fanfani ist mit konkreten, wohldurchdachten Vorstellungen auf die Reise gegangen. So wurde er denn auch in Washington und in London aufmerksam angehört, im Regierungslager wie bei der Opposition.

Israel und die Araber

Über der Auseinandersetzung des Westens mit dem ägyptischen Staatspräsidenten Nasser droht das Kernproblem des Nahen Ostens, der israelisch-arabische Gegensatz, in Vergessenheit zu geraten.

„Sie sagen Freiheit und meinen Erdöl”

Der gutaussehende, stets elegant gekleidete amerikanische Botschafter in Beirut ist in Delhi kein Unbekannter: Mr. McClintock vertrat hier im vergangenen Jahr seine Regierung auf der Internationalen Konferenz des Roten Kreuzes.

Wer bezahlt die Kunst?

Die Festspiel-Saison ist angebrochen, und wo nicht zufälliger- und betrüblicherweise Beirut mit Bayreuth verwechselt wird, haben die Kulturorganisatoren durch die Krisen der Zeitgeschichte keine materiellen Einbußen zu beklagen.

Das beste Ensemble nach dem Kriege

Ist aber nun die Grundsubstanz, ist das Tänzerische selber verstaubt? Keineswegs. Wir sehen ein riesiges Aufgebot an Können und ein riesiges Aufgebot an Könnern, im Corps de ballet und unter den Solisten.

Kunst oder reisegesellschaftlicties Ereignis?

Vor noch nicht allzu langer Zeit, als die Inflation des Festspielgedankens eben erst eingesetzt hatte, war es noch leicht, zu unterscheiden zwischen Festspielen idealistischen Ursprungs und solchen rein merkantilen Charakters, entsprungen aus dem Kalkulationsbüro des jeweiligen Fremdenverkehrsvereins.

Die Prominenz wird zur Gefahr

Idee hin – Idee her. Was die Realität und zugleich die Attraktivität der Salzburger Festspiele ausmacht, das zeigte aufs glänzendste die Aufführung des „Don Carlos“ von Verdi durch das Triumvirat Herbert von Karajan, Gustaf Gründgens und Caspar Neher mit einem Ensemble ausnahmslos hochkultivierter Sänger und Sängerinnen (in der Felsenreitschule).

Die Revolution kapitulierte vor dem Tanz

Natürlich hatten wir geglaubt, das russische Ballett zu kennen. Aber wir kannten in Wirklichkeit nicht das „russkij balet“, sondern nur das „ballet russe“: die französische Spielart, jene mächtige Gruppe, die sich 1909, mit Sergej Diaghilew an der Spitze, in Paris niederließ und an die sich so glänzende Namen wie Anna Pawlowa, Tamara Karsawina, Michail Fokin, Waslaw Nijinskij und Sergej Lifar knüpften.

ZEITMOSAIK

Der Mailänder „Magier Orio“ war wegen Meineids im Montesi-Prozeß verurteilt worden. Während er im Gefängnis büßte, beschuldigte ihn der „Magier von Neapel“, die wahre Magie verraten zu haben und nur ein Hexenmeister niederen Ranges zu sein.

Stimmwechsel in Bayreuth

Die Wagner-Festspiele stellen ihren bei den Angehörigen vieler Nationen zusammengesuchten „Nachwuchs“ vor

Neunmal davongekommen

Robert Trumbull: „Wie sie überlebten.“ Aus dem Amerikanischen von Helmut Hölscher. Econ Verlag, Düsseldorf. 155 S., 9,80 DM.

Das Land der Bayern mit der Seele suchend

Daß so große Unterschiede im Denken, Handeln und Reden, wie sie zwischen den echten Bayern und allen nördlicheren deutschen Stämmen bestehen (im Lande der Bajuwaren summarisch „Preußen“, auch „Ausländer“ genannt), nicht auf bloßen Launen oder Schrulligkeiten, sondern auf tiefen Wesensgegensätzen beruhen, haben verständigungsbereite Nichtbayern seit längerem eingesehen.

Nr. 32 vom 5. August 1948: Mittelost-Öl

Der „Mittlere Osten“ – Iran, Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrein und Irak – enthielt 1947 rund 42 v. H. der „sicheren“ Erdölreserven der Welt (der Anteil der USA stellte sich auf 36 v.

Horst Bienek:: Traumgaleere

Zu den ganz jungen, noch wenig bekannten Autoren zählt Horst Bienek; Jahrgang 1930, als 21jähriger in Berlin verhaftet und nach Rußland verschleppt, 1955 zurückgekehrt und seit einem Jahr beim Hessischen Rundfunk tätig.

Erinnerungen an einen Diktator

Wir wollen anläßlich eines Romans, von dem gleich die Rede sein soll, keine melancholischen Betrachtungen über den Eisernen Vorhang und über die weltenferne Trennung zweier deutscher Literaturen anstellen; es ist vielmehr zu melden, daß entgegen dem Zeitgesetz, welches die deutsche Literatur strikt in West und Ost scheidet, hier von einem Roman die Rede sein soll, bei dem dies nicht der Fall ist.

Hamburg: Kinder-Paradies

Den größten Kinderspielplatz Europas hat die Hamburger Jugendsenatorin Paula Karpinski in Hamburg-Eimsbüttel seiner Bestimmung übergeben.

Baden-Württemberg: Lehrers List und Tücke

Es geschah in Westfalen. Da sprach eines Nachmittags der Lehrer X zu seinem Sohn und dessen Klassenfreund Meier: „Kommt, ich lese euch eine Geschichte vor, die wollen wir dann mal nachzuerzählen üben.

Ohne Licht und harte Worte

Sie wolln neue Sitten hier einführen, was?“ So hatte der Polizist jenen Taxifahrer angeherrscht, der mich vor einiger Zeit chauffierte und dabei ertappt worden war, gegen die „Verordnung zur Ergänzung der Vorschriften über den Verkehr mit Kraftdroschken“, § 4, verstoßen zu haben.

Die Konjunktur bleibt labil

Es ist zweifelhaft, ob die europäischen Minister, Staatsbeamten und Funktionäre der OEEC, die in der vergangenen Woche der Aussprache des Ministerrates des Europäischen Wirtschaftsrates (OEEC) über die europäische Konjunkturlage beiwohnten, sich wirklich ein klares Bild über den gegenwärtigen Stand der Konjunktur in den Mitgliedstaaten und ihre voraussichtliche Entwicklung in den nächsten Monaten machen konnten.

Der Saar wird geholfen

Mit großer Verspätung ging in der vergangenen Woche das von der Saar mit Nachdruck angestrebte kleine „Gipfelgespräch“ mit Bonn über die Bühne.

Nicht übertreiben!

Stornierungen von Aufträgen und Entlassungen von Arbeitskräften in einigen westdeutschen Werftbetrieben, die vor einigen Tagen bekannt wurden, haben die Konjunkturpessimisten auf den Plan gerufen.

Ein „Plan für den Fortschritt“

Solange Englands Sozialisten ihre wirtschaftspolitischen Programme mit Verstaatlichungsparolen pfefferten, brauchten sie um Publizität nie zu bangen.

Schlecht belohnte Auskunftsfreudigkeit

Die freien Aktionäre der Metallhüttenwerke Lübeck AG – etwa 95 v. H. des Grundkapitals von 24 Mill. DM sind im Besitz der Flick-Gruppe – die zur Hauptversammlung in Lübeck erschienen waren, hatten ihre Fäuste zumindest schon in der Tasche geballt.

Aus der Versicherungswirtschaft:

Auch die Gladbacher Lebensversicherung! Aktien-Gesellschaft, M.-Gladbach, die im nächsten Jahr ihr 100jähriges Bestehen feiern kann, hat 1957 wie die anderen privaten Versicherungsgesellschaften von der sogenannten Befreiungsversicherung profitiert.

Konzentration mit Dollarhilfe

Wie die Deutsche Telephonwerke und Kabelindustrie AG (DeTeWe), Berlin, überraschend mitteilt, hat sie das seit 1924 neben dem Fernsprechgerätebau betriebene Geschäft mit Rechenmaschinen (Marke „Hamann“) mit Ablauf des Juli aufgegeben.

DDG „Hansa“ lag gut auf Kurs

Die Deutsche Dampfschifffahrts-Gesellschaft „Hansa“, die mit ihren zur Zeit etwa 340 000 Tragfähigkeitstonnen zu den großen Drei der deutschen Schiffahrt gehört, hat das Dividendensignal für 1957 auf sieben v.

Genossenschaftskasse recht liquide

Die Deutsche Genossenschaftskasse (Spitzeninstitut der genossenschaftlichen Kreditwirtschaft), Frankfurt/Main, verzeichnete auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 1957 eine weitere Zunahme der Geschäftstätigkeit.

Konsolidierung bei NSU

Unter dem Eindruck des im Jahr 1956 überraschend eingetretenen Rückschlags im Zweiradgeschäft, der für manche einschlägige Firmen katastrophale Folgen hatte, und unter dem Eindruck der wachsenden Beliebtheit des Kleinwagens haben einige Motorradfabriken versucht, durch Umstellung der Produktion auf Kleinwagen ihre Existenz zu erhalten.

Börsentendenz weiter fest

Nach den jüngsten – teilweise beträchtlichen – Kurssteigerungen bei den Elektro- und Chemie-Aktien beginnt man in den Börsensälen mit noch größerem Eifer nach sogenannten „Zurückgebliebenen“ zu suchen.

F & G in der Exportzange

Die Konjunktur ist nicht einheitlich. Selbst innerhalb einer Branche gibt es unter Umständen mehrere Konjunkturlinien. Auf diesen Umstand hat auf der Hauptversammlung seiner Gesellschaft der Vorstandsvorsitzende der Felten & Guilleaume Carlswerk AG, Köln-Mülheim, Dr.

Erst der Anfang einer Entwicklung

Ein anderes Beispiel, wie wir umlernen müssen, ist die Abfülltechnik in den Brauereien. Ich habe mir die beiden verschiedenen Einrichtungen – gleichsam zwei unterschiedliche Systeme der Produktionstechnik – in einer der größten Brauereien der Bundesrepublik, der Holsten-Brauerei in Hamburg, angesehen.

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