Unter dem Eindruck des im Jahr 1956 überraschend eingetretenen Rückschlags im Zweiradgeschäft, der für manche einschlägige Firmen katastrophale Folgen hatte, und unter dem Eindruck der wachsenden Beliebtheit des Kleinwagens haben einige Motorradfabriken versucht, durch Umstellung der Produktion auf Kleinwagen ihre Existenz zu erhalten. Diesen Weg ging auch die NSU Werke AG, Neckarsulm, für die damit das Jahr 1957 im Zeichen der Vorbereitungen auf den Kleinwagenbau. stand. Trotz der damit verbundenen erheblichen finanziellen Belastung – die Investitionen waren mit 10,5 Mill. DM fast so hoch wie 1956 (12,8 Mill. DM) – gelang es aber der Gesellschaft durch Abbau der Lagerbestände von 47,7 auf 36,1 Mill. DM, vor allem der Fertigwaren um fast 50 v. H. von 31,5 auf 16,5 Mill. DM, ihre Liquidität erheblich zu verbessern, gleichzeitig wurden kurzfristige Schulden in langfristige umgewandelt. Dadurch konnten Bankschulden von 15,3 Mill. DM verschwinden und Wechselschulden von 19,2 auf 6,2 Mill. DM reduziert werden.

Ein erheblicher Anteil am Lagerabbau dürfte dem Export zukommen, der insgesamt um 13 v. H. zunahm, wobei die Ausfuhr von Mopeds von 56 419 auf 81 271 und von Motorrollern von 16 047 auf 22 221 Stück stieg, während die Ausfuhr von Motorrädern weiter erheblich von 13 482 auf 8511 Stück abnahm. Insgesamt erhöhte sich aber der Exportanteil am Gesamtumsatz wertmäßig auf 41 v. H.

Der Gesamtverkauf der Gesellschaft ging 1957 weiter auf 259 900 (275 701) Fahrzeuge zurück. Dabei nahm aber der Verkauf von Fahrrädern von 39 569 auf 50 758 Stück zu, während sich der Verkauf von Motorrädern auf 13 966 (24 432), von Motorrollern auf 37 595 (41 577) und von Mopeds auf 156 581 (170 123) Stück verminderte. Der Rückgang des Gesamtumsatzes, der im Vorjahr 10,4 v. H. betrug, wird zwar für 1957 nicht angegeben, liegt jedoch nach früheren Äußerungen des Vorstandes bei rund 15 v. H.

Trotz dieser wiederum ungünstigen Umsatzentwicklung will die Gesellschaft für 1957 wieder 8 v. H. Dividende auf das am 1. Oktober 1957 um 6 auf 18 Mill. DM erhöhte Kapital verteilen, nachdem für 1956 die Dividende von 10 auf 8 v. H. herabgesetzt worden war. Der Gewinn ist auf diese Dividende zugeschnitten. Zum bisherigen Verlauf in diesem Jahr werden in dem Geschäftsbericht leider keine Angaben gemacht, obwohl bereits die Hälfte des Jahres vorüber ist. So muß man sich auf die Wiedergabe dessen beschränken, was der Vorstand bereits im März in einer Pressekonferenz hierzu gesagt hat. Damals hatte die Verwaltung die Ansicht vertreten, daß der Umsatzrückgang im Zweiradgeschäft auch in diesem Jahr noch anhalten werde; allerdings erwarte man einen Ausgleich durch den in diesem Jahr angelaufenen Verkauf des Kleinwagens, mit dessen Serienproduktion im März begonnen worden war. C. D.

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Die HV der Colonia Kölnischer Versicherungs-AG, Köln, beschloß, aus dem Gewinn des Geschäftsjahres 1957 eine Dividende von 12 (10) v.H. auf 4,80 Mill. DM Grundkapital zu verteilen und eine Sonderabschreibung auf die Betriebseinrichtung in Höhe von 1,52 Mill. DM vorzunehmen. Im Berichtsjahr stiegen die Prämieneinnahmen auf 97,49 (85,61) Mill. DM. Nach Mitteilung des Vorstandsvorsitzenden Dr. Paul Gülker (Köln) ist das Prämienaufkommen im 1. Halbjahr 1958 gegenüber dem Vergleichszeitraum 1957 um 11,6 v.H. gestiegen. Der Schadensverlauf ist bisher befriedigend, so daß auch für das laufende Geschäftsjahr mit einem günstigen Ergebnis gerechnet werden könne.