Vor 142 Jahren übertrugen die „Salzkollegiaten“ von Salzuflen ihre Anteile am Salzwerk des Ortes ihrem Landesherren, und bei dem aus diesem Anlaß gefeierten Fest tranken die 51 Teilnehmer zu und nach einem neungängigen Gedeck von anderthalb Talern 153 Flaschen Wein und respektable Mengen von Branntwein – „von wegen der Bekömmlichkeit“. Ebenfalls „von wegen der Bekömmlichkeit“ stieg zwei Jahre später, am 14. Juli 1818, der erste Kurgast in der „Badeanstalt“ in eine Wanne voll des heilsamen Wassers aus den vor 900 Jahren zum erstenmal urkundlich erwähnten Salzquellen. Wie aus den Abrechnungen der Saline hervorgeht, wurden in jenem Jahre bereits 1 025 Bäder verabfolgt. Und heute?

Heute werden in diesem mustergültig geführten Bad etwa genauso viele Bäder täglich verabfolgt. Das lippische Staatsbad verfügt über ein Kurhochhaus, einen Park von der vierfachen Größe des Fürstentums Monako und – seit 1956 über jährliche Übernachtungszahlen um eine Million herum. Die Mühen, unter denen der einstige Stadtphysikus Dr. Hasse der Fürstlichen Rentkammer die Genehmigung zur Gründung eines Heilbades abrang, haben sich mehr als gelohnt, besonders nachdem die beiden viele Jahre später gefundenen Thermen den Ruf Salzuflens auch als Herzbad begründeten. Heute sind diese Thermalbäder perfektioniert: am Boden der Wannen wurden kleine Düsen angebracht, durch die während des Bades ständig neues Thermalwasser von unten her den Badenden besprudelt und so den an der Oberfläche auftretenden Kohlensäureverlust ausgleicht.

Salzuflen war es auch, das unter Kurdirektor Tetzlaff als erstes deutsches Bad die „totale Kur“ propagierte und das Wagnis der Stille unternahm. Es hat damit nicht nur viele Nachahmer gefunden, sondern auch einen Erfolg, der es berechtigt, das Jubiläum zu feiern. p