Die Degussa, ein Edelstein in der deutschen Chemometallurgischen Industrie, hat in der Atomenergie ein neues Interessengebiet gefunden. Sie baut allerdings weder Leistungsreaktoren noch Kraftwerke. Das ist eine Aufgabe, die den großen Elektrokonzernen, Stahlbaufirmen und Kesselbauern zufällt, also denjenigen, die von jeher Kraftwerke, und was dazu gehört, errichtet haben. Die Degussa interessiert sich für Kernbrennstoffe, also für das, was an die Stelle der Kohle treten kann, die sonst in den Kesselhäusern der Kraftwerke verfeuert wird. Kernbrennstoffe sind Uran und Thorium, also Metalle. Und reinste Metalle herzustellen ist ein Aufgabengebiet, auf dem die Degussa seit Jahrzehnten beste Erfahrungen besitzt.

In der Nuklearchemie werden an die Reinheit höchste, bislang unbekannte Anforderungen gestellt. Bor darf z. B. im hochreinen Uran nur mit einem hunderttausendstel Prozent vertreten sein. Solche Forderungen stellen nicht nur an den Betrieb, sondern auch an die Kontrolle, und damit an die Analyse, neue Aufgaben, für die eine Lösung inzwischen auch gefunden ist. Das ganze Arbeitsgebiet ist noch so neu und so schwierig, daß ohne einen engen Erfahrungsaustausch auf internationalem Gebiet nicht weiterzukommen ist. Name und Ruf der Degussa haben hier manche Türen geöffnet und es ermöglicht, daß erfreulich gute Beziehungen zu einer Anzahl ausländischer Atomenergiekommissionen aufgenommen werden konnten. Der Degussa-Apparatebau konnte auch schon verschiedentlich Anlagen und Anlageteile zur Erzeugung von Uran und anderen reinen Metallen liefern und damit auch aus seinem Erfahrungsschatz zum Ausbau einer friedlichen Almwirtschaft in der Welt beitragen. Für das Unternehmen öffnet sich so das Tor in eine neue Zukunft, von der sich bis jetzt nur ganz schemenhaft die äußeren Umrisse abzeichnen. W. R.

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Zwischen Brown Boveri und der Parsons Marine Turbiie Company Ltd., Wallsend on Tyne (England), ist ein Lizenzvertrag abgeschlossen worden, der einen Erfahrungsaustausch auf dem Gebiete der Dampfturbinenschiffsantriebe zum Ziel hat, aber auch auf gemeinsame Konstruktionsunterlagen ausgedehnt wird. Teilhaber dieser Gemeinschaftsarbeit werden die AG Brown, Boveri & Cie., Baden/Schweiz, die Brown, Boveri & Cie. AG, Mannhem, die Compagnie Electro-Mécanique, Paris, sein, sowie die bereits genannte Parsons Marine Turbine Compaiy Ltd., die zur Richardsons Westgarth Gruppe gehört.

Die Allgemeine Deutsche Investment-Gesellschaft mbH, München, verteilt für 1957/58 (30. 6.) für Fondra 6,50 DM (i. V. 12,50 DM; am 2. Juni 1958 wurden jedoch die Anteilscheine halbiert), für Fondak wieder 6,50 DM und für Fondis 7,0 (6,0) DM. Bezogen auf die Abgabepreise vom 30. 6. 1958 ergibt sich damit eine Nettorendite von 4,82 v.H. für Fondis, 5,12 v. H. für Fondak sowie 5,50 v. H. für Fondra. Das Berichtsjahr brachte den Anlegern überdies einen nicht unbeträchtlichen Kapitalzuwachs. Seit dem 1.1.1957 stieg der Wert eines Fondra-Anteiles um 22,61 v. eines Fondis-Anteiles um 29,46 v. H. und eines Fondak-Anteiles um 31,16 v. H.