Aufregung in der westfälischen Universitätsstadt – Ist Münster ein Dorf?

Von Heinz stuckmann

hst., Münster, im August

Die Leute sagten: „Am besten gehen Sie zu Pinkus Müller... ... Da ist am meisten los in Münster.“ Ich ging. Wenn man zu Pinkus Müller geht, muß man Altbierbowle trinken. So war es mir empfohlen worden... Ich trank. „Oder bestellen Sie ein’ aus’m Löffel...“ Aber das schaffte ich nicht mehr.

Pinkus Müller, auch der singende Wirt genannt, besitzt die beliebteste Altbierstube in Münster. Hier treffen sich die Honoratioren der Stadt, die Professoren der westfälischen Wilhelms-Universität und viele Studenten zu einem „Pinkus Pils“ am Stammtisch.

Neben mir geht es um die Zimmerpreise. An dem langen Tisch, auf dessen Holzplatte sich schon ganze Studentengenerationen verewigt haben, sitzen vier italienische Studenten, eine Deutsche und ein Holländer. Es geht um eine Miete: 65 Mark für ein Zimmer, das nicht heizbar ist. Es geht um den schlechten Konnex untereinander. Am Nebentisch links vor dem Kamin sitzen auch zwei junge Studenten, ein Münsteraner mit seinem belgischen Freund. Sie trinken Altbierbowle mit Früchten und Pinkus Pils. Eine von den hübschen Mädchen in gestickten Schürzen, die die Gäste bedienen, ruft dem holländischen Studenten zu: „Hank, da kommt dein Chef!“

Hier ist also in Münster „am meisten los“. Man scheint sich wohlzufühlen.