Die deutsche Tochtergesellschaft des Unilever-Konzerns, die Margarine-Union AG, Hamburg, die auf dem deutschen Margarinemarkt die beherrschende Stellung einnimmt, stellt in ihrem Geschäftsbericht für 1957 fest, daß die seit Ende der Lebensmittelbewirtschaftung im Jahre 1949 anhaltende Umsatzsteigerung bei der ölmühlen- und Margarineindustrie in 1957 erstmals zum Stillstand gekommen ist. Zur gleichen Zeit meldet die Gesellschaft, daß bei ihr die Umsätze noch um 3 v. H. auf 1,2 Mrd. DM gestiegen sind. Daraus kann man auf eine Erhöhung des Marktanteils der Margarine-Union schließen, zumal der Margarine-Verbrauch in der Bundesrepublik in 1957 auf 648 000 (662 000) Tonnen zurückgegangen ist. Der Margarine-Anteil am Fettverbrauch ist damit um 2,2 v. H. gesunken, während die Butter ihren Anteil auf 24,2 (23,1) v. H. erhöht hat.

Auf dem Margarinemarkt hat in der Berichtszeit ein lebhafter Wettbewerb stattgefunden. Da die Konsumenten die besseren Qualitäten bevorzugten, wurde der Umsatz der übrigen Sorten weiter eingeengt. Die Margarine-Union hat eine Sonderqualität eingeführt, bei der sich die Umsatzerwartungen jedoch noch nicht erfüllt haben. Unzufrieden ist die Gesellschaft ferner mit den finanziellen Erfolgen im Schmelzkäsegeschäft, das allerdings im Rahmen eines scharfen Wettbewerbs eine – wie es heißt – erfreuliche Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen hatte. Die Speisefettumsätze für den direkten Verbrauch litten unter den Nachwirkungen der Suez-Krise. Die damals angehäuften Vorräte in den Haushalten und beim Handel beeinflußten den Neuabsatz.

Die gesunde Lage des Unternehmens kommt in der Bilanz entsprechend zum Ausdruck, die durch einen starken Abbau der Verbindlichkeiten und einer Verbreiterung der Eigenkapitalsbasis gekennzeichnet ist. Dabei hält die Investitionstätigkeit an; sie erforderte im Berichtsjahr 12,8 (14,3) Mill. DM, wovon 8,2 (7,7) Mill. über Abschreibungen finanziert wurden. Das Anlagevermögen stellt sich auf 121,7 (117,9) Mill. DM. Es findet seine volle Deckung im Eigenkapital von inzwischen 165 Mill. DM, das zusammen mit den Rücklagen von 36,3 (34,3) Mill. auch noch einen Teil der Vorräte finanziert. Wegen der vollen Ausnutzung der Bewertungsfreiheit sind die Vorräte zwar mengenmäßig gestiegen, aber in der Bilanz werden sie mit 187,1 (192,9) Mill. geringer ausgewiesen. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang der Rückgang der Steuern auf 44,8 (67,0) Mill., der jedoch nicht allein auf die Bewegungsfreiheit zurückzuführen ist, sondern – wie es im Geschäftsbericht heißt – eine Folge des geringeren Ergebnis aus dem Umsatzgeschäft darstellt.

Aus dem Gewinn von zusammen 46,5 Mill. DM wird auf das inzwischen auf 165 (150) Mill. DM erhöhte Grundkapital eine auf 12(10) v. H. erhöhte Dividende gezahlt. Die darauf entfallende Kapitalertragsteuer wird von der Gesellschaft übernommen. Der dann noch verbleibende Gewinn von 20,1 Mill. steht einer weiteren Hauptversammlung zur Verfügung, die daraus wahrscheinlich eine Kapitalerhöhung um 15 Mill. DM vornehmen wird. -dt