Stoßseufzer der Woche

„Die Sowjetunion ist gewiß die größte Gefahr für uns – aber nicht ihrer Taten wegen, sondern wegen der Ausflüchte, die sie uns für unsere Fehlschläge geliefert hat.“ US-Senator Fulbright

Bayernklage

„Die Feststellung des Bundesverfassungsgerichts, der Bundesrat sei ein Verfassungsorgan des Bundes und weder das Landesparlament noch das Landvolk könne dem jeweiligen Landesvertreter zum Bundesrat Weisungen erteilen, spricht dem Bundesrat das wesentlich politische Gewicht ab und degradiert praktisch das einzige föderative Organ des westdeutschen Verfassungslebens zu einer Institution minderen Rechts gegenüber den einheitsstaatlichen Einrichtungen der Bundesrepublik.“ – Eine Polemik der Opposition gegen Bonn? Beileibe nein! Für die „Richtigkeit“ des zitierten Satzes zeichnet Dr. Bohrer, der Landesvorsitzende des Bayerischen Heimat- und Königbundes, der Landtag und Regierung in München auffordert, unverzüglich eine Revision der staatsrechtlichen Stellung Bayerns einzuleiten, um das eigenstaatliche Gewicht Bayerns gegen weiteren politischen Ausverkauf abzusichern.

Wahl-Bedenken

Bei dem von de Gaulle für den 28. September ausgeschriebenen Plebiszit über den neuen Verfassungsentwurf der Regierung sind auch die Angehörigen der französischen Truppen in Übersee stimmberechtigt. Sie können ihre Stimmen entweder in ihrem Stationierungsort oder – brieflich – in Paris abgeben. Merkwürdigerweise wollen 80 v. H. der in Algerien stationierten Soldaten sich zur Abstimmung in Paris registrieren lassen. Wie es heißt, scheint ihnen in ihren algerischen Standorten die Korrektheit der Stimmauszählung nicht genügend gewährleistet.

Flucht aus Ulbrichts Paradies