In einem Aktionärsbrief der Hamburgische Electrizitäts-Verke AG, Hamburg, der einen ersten Überblick über das an 30. Juni 1958 beendete Geschäftsjahr gab, wird von einem Absatzanstieg bei der Gesamtstromabgabe um 11,5 V. H. auf 2,59 Mrd kWh berichtet. Um 11 v. H. nahmen die Erlöse aus dem Strom- und Fernwärmeverkauf zu. Festgestellt wird, daß die Durchschnittserlöse aus dem Stromverkauf an die Haushalte eine rückläufige Tendenz zeigen. Deshalb wird eine Tarifreform für notwendig gehalten. Wenn die Aktionäre das Fazit aus dem Brief ziehen, dann kommen sie zu dem Schluß, daß in der Dividendenfrage alles offengelassen wurde. Zugesagt wird, daß die Auswirkungen der Steuerneuregelung in die Dividendenüberlegungen einbezogen werden; andererseits heißt es aber, daß die Minderung der Steuerlast auf den ausgeschütteten Gewinn zu einem Teil durch die Erhöhung des normalen Steuersatzes wieder aufgehoben wird. Eine Kapitalerhöhung steht vorerst nicht in Aussicht. Man erwägt dagegen die Ausgabe einer neuen Anleihe.

Die Hauptversammlung der Scheidemandel-Motard-Werke AG, Berlin-Spandau, beschloß, für 1957 eine auf 10 (9) v. H. erhöhte Dividende zu verteilen. Wie Generaldirektor Bruno Bruns mitteilte, waren die Werke der Gesellschaft in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres hinreichend beschäftigt. Allerdings sei das Geschäft in dieser Zeit sowohl im Inland als auch im Ausland unter dem Einfluß der Konjunkturabschwächung schwieriger geworden. Die wachsende Konkurrenz veranlaßte die Abnehmer zu einer fühlbaren Zurückhaltung und führte zu empfindlichen Preiseinbußen für gewisse Artikel. Die Verwaltung hofft, daß wieder größere Mengen, vor allen Dingen an Leim und Olein, im Ausland abgesetzt werden können, damit die gegenwärtige Beschäftigung der Werke auch künftig aufrechterhalten werden kann und ein befriedigendes Ergebnis erzielt wird.

Die HAG AG in Bremen konnte 1957 eine beachtliche Umsatzsteigerung erzielen. Hieran ist nicht allein der koffeinfreie Kaffee Hag oder der koffeinhaltige Onko-Kaffee beteiligt, es wurde auch mehr Kaba getrunken. Das Auslandsgeschäft ist schwieriger geworden. Trotzdem konnten für Kaffee Hag und Hag-Blitz neue Absatzmärkte erschlossen und im Gesamtbild eine befriedigende Umsatzsteigerung erzielt werden. Das Ergebnis ermöglichte es, die Betriebsanlagen in Übereinstimmung mit dem gestiegenen Warenausstoß zu vergrößern und auszubauen, wobei weitgehend von den neuen Forschungsergebnissen in der Automation Gebrauch gemacht wurde. Aus dem Gewinn von 0,58 (0,47) Mill. DM werden auf Beschluß 7 (6) v. H. Dividende ausgeschüttet. Im bisherigen Verlauf des neuen Geschäftsjahres wurden weiter günstige Ergebnisse erzielt.

Die Möglichkeit, den Erwerb von Immobilienanteilen an Schweizer Haus- und Grundbesitz vorzunehmen, bietet sich durch Kauf von sogenannten Immobilienzertifikaten des schweizerischen Immobilienanlagefonds „Siat“. Treuhändern dieses Fonds ist die Schweizerische Volksbank. Das in Frankfurt (Main) ansässige Bankgeschäft Märklin & Co. hat seit kurzem den Alleinvertrieb dieser Investmentpapiere für das Bundesgebiet übernommen. Die Siat-Fonds verfügt über Liegenschaften von rund 30 Mill. sfrs in verschiedenen Schweizer Städten. Der Ausgabekurs ja Siat-Anteil beträgt etwas mehr als 1000 DM. Z. Z. liegt die Nettojahresverzinsung bei 3,6 v. H.