Es ist mir berichtet worden, daß die Bausparkassen für einen cbm umbauten Raum nur 45,– DM bereitstellen. Der tatsächliche Preis liegt aber bei 65,– DM. Bei einem Bau von 500 cbm umbauten Raum tritt hier eine Differenz von 10 000,– DM ein. Kann der Bausparer diesen Betrag aus eigenen Mitteln nicht nachweisen, erfolgt seitens der Kasse keine Zuteilung.

Die Kassen sollen das damit begründen, daß der Preis von 45,– DM der Normalpreis sei, alles andere seien überhöhte Baupreise.

Sicherlich stimmt dieses Argument, aber keinesfalls dürfte der Sparwillige hierüber im unklaren gelassen werden. G. B., Düsseldorf

Antwort: Ihre Ansicht, daß die Bausparkassen für einen Kubikmeter umbauten Raum nur 45 DM bereitstellen, der tatsächliche Preis aber bei 65 DM liegt, läßt sich grundsätzlich nicht aufrechterhalten. Die Bausparkassen sehen die Finanzierung von kleineren und mittleren Einfamilienhäusern bzw. Eigenheimen durchweg als gesichert an, wenn in Höhe der vollen Bau- und Bodenkosten Bausparverträge abgeschlossen sind. Solche Häuser werden in den meisten Fällen bis zu 60 % der tatsächlichen Bau- und Bodenkosten beliehen. Für die Zuteilungsberechtigung eines Bausparvertrages ist bekanntlich eine 40%ige Ansparung der Vertragssumme Vorbedingung, so daß darüber hinaus keine Finanzierungsmittel erforderlich sind.

Natürlich verschieben sich die genannten Relationen, wenn ein Haus teilweise für gewerbliche Zwecke gedacht ist oder in einer besonders kostspieligen Ausführung gebaut wird. Denn dann sieht eine spätere Verwertbarkeit des Hauses völlig anders aus.

Hat der Bausparer den Bausparvertrag nicht in voller Höhe der Bau- und Bodenkosten abgeschlossen, so wird von der Bausparkasse normalerweise im Rahmen der 60 % (der tatsächlichen Bau- und Bodenkosten) eine 1. Hypothek vermittelt, und statt eines geringeren Eigengeldes kann eine evtl. Finanzierungslücke meistens durch die nicht unerheblichen Landesmittel geschlossen werden. LAG-Darlehen können auch als Eigenmittel gewertet werden.