„Lesen macht Spaß“ – soviel Spaß sogar, daß man vergißt, mit Indianerkopfputz und Tomahawk zum Spielen gerüstet zu sein, wenn einem ein gutes Buch in die Hand gerät. Das mag der jugendliche Zeichner sich bei diesem Motiv zu seiner Zeichnung gedacht haben, die er – wie mehr als 10 000 westdeutsche Jungen und Mädchen bis zu 19 Jahren die ihren auch – zu einem 1955 vom Börsenverein des deutschen Buchhandels veranstalteten Plakatwettbewerb mit dem Motto „Lesen macht Spaß“ eingesandt hatte. Es ist nicht nur noch einmal eine Dokumentation, sondern darüber hinaus auch eine Anregung zur Wiederholung, wenn die Zeitschrift „Amor libri“ in ihrem Heft 6 an diesen überaus fruchtbaren und vorbildlichen Wettbewerb’ mit Bildbeispielen (eines davon nebenstehend) und einem längeren Bericht erinnert. Die in Kassel erscheinende „Amor libri“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich für eine gute und schöne Gestaltung – Umschlag, Einband, Aufmachung, Material, Form, Farbe – des Buches in unserer Zeit einzusetzen – und sie geht dabei selber mit gutem Beispiel voran, indem sie Materialproben nicht nur mit ihren Umschlagseiten bringt. Heft 6 berichtet ferner über das Klingspor-Museum Internationaler moderner Buch- und Schriftkunst in Offenbach mit seinen etwa 5000 Ausstellungsstücken und über ein Thema für Fachleute: „Druckerfahrungen mit Buchleinen“.