Es stimmt tatsächlich. Wer mehr klebt, reist schneller. Dieses ergab die Antwort des Bundespostministeriums auf eine Anfrage des „Bund der Steuerzahler“ wegen zahlreicher Beschwerden aus der Wirtschaft über „über Gebühr langes Reisen“ von Drucksachen.

So ist der „Bund der Steuerzahler“ denn mit Recht sauer, denn seine wehe Klage ist durchaus begründet. Er hatte nämlich festgestellt: Es mehren sich die Klagen über frappierend langsames Reisen von Drucksachen; so gekennzeichnete Sendungen waren vielfach, oft sogar innerhalb eines Ortes, zwei Tage und mehr unterwegs. Auf Reklamationen wurde seinerzeit – örtlich leicht variierend – die interessante Auskunft (wir zitieren den Bund der Steuerzahler) gegeben: Die Bundespost sei dazu übergegangen, die Schnelligkeit der Bearbeitung der Sendungen von der Höhe des Portos abhängig zu machen; Billigere Drucksachen müßten deshalb unter Umständen vor anderen, teueren Sendungen zurückstehen. Wer Wert auf eine Zustellung im üblichen Zeitraum lege, sollte sich überlegen, die Sendung statt als Drucksache als Brief zu frankieren.

Die jetzt vorliegende Antwort und Stellungnahme des letztlich die zuständige Obrigkeit repräsentierenden Bundespostministeriums, nach der unter bestimmten Umständen Drucksachen bei der Beförderung und Zustellung gegenüber Sendungen mit höherer Gebühr zurückstehen müssen (denn ohne eine Erhöhung der Gebühren für Drucksachen sehe das Bundespostministerium gegenwärtig keine Möglichkeit, die Beförderung und Zustellung dieser Sendungen zu beschleunigen), ist deutlich. Hier scheint sich tatsächlich eine Gebührenerhöhung auf kaltem Wege anzubahnen, deren Kontrolle (gerade bei Drucksachen) sehr schwierig ist. R.-H.