Gegen die Anpreisung gewisser Präparate zur Behebung der Konzentrationsunfähigkeit bei Schülern wendet sich der „Deutsche Medizinische Informationsdienst“. Die Wirksamkeit solcher „Lerndrogen“ wird – mindestens in der Verallgemeinerung dieser Werbung – bestritten und dafür den Ärzten, Eltern und Erziehern geraten, ihre Aufmerksamkeit lieber den Ursachen der weitverbreiteten Trägheit, Gedächtnisschwäche, schnellen Ermüdung, Schlaflosigkeit und so weiter zuzuwenden, die so vielen Schülern und Eltern heute das Leben zur Pein machen. Die Richtung, in welcher die Quellen des Übels zu suchen sind, wird auch gleich angegeben; sie führt mitten in die Fragwürdigkeit unserer Zivilisationserrungenschaften, die alle ein und dieselbe entscheidende Wirkung haben: einen unregelmäßigen, sprunghaften Daseinsrhythmus und optische wie akustische Reizüberflutung.

Die hier umrissene Situation ist kennzeichnend nicht nur für das Schülerproblem. Wann wird man anfangen, Folgerungen aus der Tatsache zu ziehen, daß doch genau dieselben Anzeichen der Diskontinuität des Denkens, Fühlens und Handelns auch bei den Erwachsenen (aus gleichen Gründen natürlich) konstatierbar sind? Und wann wird man aufhören, zu glauben, daß tief sitzende Störungen unserer Lebensfunktionen behoben werden könnten, wenn eine Droge für einige Stunden die Symptome mildert? a-th