Der Matrose von der USS Nautilus sagte, als er gefragt wurde, wie denn das Atom-Unterseeboot im Vergleich zu einem normalen U-Boot sei: „Mann, es ist gerade so, als ob einer, der ewig arm war, plötzlich steinreich geworden ist. Ein Palast ist die Nautilus: Man fährt wie in einem Palast.“

Das Boot, das da im englischen Hafen Portland am Pier lag, sah überraschend zerbrechlich aus für ein Schiff, das so Erstaunliches geleistet hatte. Und der Empfang war – trotz des gegenteiligen Eindrucks, den am nächsten Morgen die Zeitungen zu erwecken suchten – keineswegs überwältigend. Ein einzelner Düsenjäger brauste wie zufällig durch den Himmel. Eine zweimotorige Maschine kreiste unaufhörlich über der Nautilus, sie war von einem Life-Kameramann gechartert worden. Die Gangway sah mitgenommen aus und schrie geradezu nach einem neuen Farbenanstrich. Stolz spielte die Marinekapelle ihr „Rule, Britannia“. Die Sonne schien warm vom Himmel, den die Männer neunzehn Tage lang kaum zu Gesicht bekommen hatten.

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„Es ist wirklich ein schönes Boot – das merkt man erst, wenn man früher einmal auf einem anderen Boot gefahren ist“, sagt der Matrose. „Dort sticht einem dauernd der Geruch von Öl und von allem möglichen in die Nase, und überall stößt man in dem engen Raum an.“

„Die Nautilus ist gar nicht so viel größer als ein Platz für Komfort läßt. Auf den alten U-Booten durfte man alle drei Tage einmal duschen. Auf der Nautilus kann man täglich dreimal duschen – wer will, meinetwegen auch achtmal. Außerdem ist es angenehm warm: die Temperatur liegt gleichbleibend bei 22,2 Grad. ... Schlingern und Rollen gibt es nicht. Das Boot fährt ruhiger als ein Schnellzug. In 120 Meter Tiefe kommt man sich bei 20 Knoten Geschwindigkeit vor wie im sichersten Hafen. Die Innendekoration ist geradezu fürstlich. In der Nautilus gibt’s sogar richtige Treppen!“

Der Matrose ist Steward in der Offiziersmesse: Walter J. Harvey aus Mississippi. Mit seinen 38 Jahren ist er der älteste Matrose an Bord, und wie viele der Besatzungsmitglieder hat er eine Menge Kinder. „Wir sind alle ziemlich fruchtbar“, sagt er. „Ich habe mir da meine eigene Theorie zurechtgelegt: Wahrscheinlich hat das doch etwas mit diesen Neutronen zu tun ...“

Und er erzählt: „Für mich war die Reise eigentlich eine Routinesache. Um 6 Uhr früh klettere ich aus der Koje, koche den Kaffee und mache den Fruchtsaft zurecht, decke den Tisch und serviere den Offizieren um 7.15 Uhr ihr Frühstück. Die Messe nimmt es mit jedem Salonwagen auf. Um 8.15 wird abgeräumt, aufgeräumt, ausgefegt, dann mache ich mich an die Vorbereitung des Mittagessens. Nachmittags lege ich mich ein bißchen aufs Ohr, schau mir vielleicht einen Film an, mache das Navigationsoffiziere war die Routine beschwerlicher. Aber wir anderen? Ein jeder hatte, als wir unter dem Eis herumkrebsten, den Gedanken im Hinterkopf, daß dies etwas völlig Neues war, daß wir Neuland durchfuhren. Aber Zweifel am Gelingen hatte keiner.