Ich habe ein Fläschchen Tinte bereit. Heranspaziert! Wer will eine Komödie schreiben – die Nitribitt-Komödie?

Der bekannte Mordfall selber ist natürlich nicht komisch. Aber komisch ist vieles drum und dran. Zum Beispiel die Furcht vor Blamage. Es gibt doch – wenigstens laut Polizeibericht – Männer von Rang und Namen („staunen würde man...“), die zu Nitribitts hastigen Liebhabern gehörten. Wie typisch sind sie? Und wie komisch?

Was den Stil der Komödie betrifft, da könnten sich die Autoren an Ludwig Thoma und seiner satirischen Komödie „Moral“ orientieren: Das Tagebuch der Kokotte

Ninon de Hauteville ward gefunden und darin die Namen aller diskreten Verehrer.

Heute heißt das Kennwort „Nitribitt“ oder – diskreter – „Mädchen Rosemarie“. Und schon ist ein Film entstanden, dessen Schicksal natürlich ebenfalls in der Komödie behandelt werden müßte. Ist nicht schon das Konzert der Meinungsäußerungen über den neuen Nitribitt-Film komödienhaft?

Viele fragten: „Warum just dieser Stoff?“ Schon heißt es: „So spricht, so fragt das Muckertum, das, ewig unverbesserlich, des Eros beflügelte Schritte mit dem Bleigewicht des schlechten und muffigen Gewissens hemmen will!“ Aber viele verurteilten im vorhinein den Film, weil sie fürchteten, es könnte ein schablonenhaftes Sittendrama werden, ein Exemplar jener Gattung, die man eher Unsittendrama nennen könnte, weil die Sitten dort nichts anderes zu tun haben, als zu wanken, nervenaufpeitschend zu wanken.

Und komödienhaft ist vielleicht auch das Verhalten des Filmproduzenten, der behauptet, es handle sich um ein Kunstwerk mit sozialkritischem Hintergrund“.