Die Purfina Mineralölraffinerie AG, Duisburg, hielt auf ihrem Gelände in Duisburg-Neuenkamp ihre erste ordentliche Hauptversammlung ab und legte dabei den Geschäftsbericht für das Rumpfgeschäftsjahr 1957 vor. Die Gesellschaft ist eine Tochtergesellschaft der Pétrofira Société Anonyme, Brüssel, mit einem voll eingezahlten Aktienkapital von 5 Mill. DM, welches sich ganz in den Händen der Pétrofina S. A. befindet.

Anfang dieses Jahres wurde mit den Bauarbeiten für die Raffinerie auf dem Gelände in Duisburg-Neuenkamp am Zusammenfluß von Rhein und Ruhr – begonnen. Die Bau- und Montagearbeiten werden Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein, so daß mit der Inbetriebnahme der Raffinerie in der 2. Hälfte des Jahres 1959 zu rechnen ist.

Bis dahin wird auch der Anschluß an die Pipeline der Nord-West Oelleitung Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Wilhelmshaven, fertiggestellt sein, an welcher die Gesellschaft als drittgrößter Partner .beteiligt ist. Dadurch kann die Raffinerie sofort bei ihrer Inbetriebnahme über die Pipeline mit Rohöl versorgt werden. Die Raffinerie wird hauptsächlich Erdöl des Mittleren Ostens verarbeiten.

Den Absatz der Fertigprodukte wird eine Schwestergesellschaft, die Deutsche Purfina GmbH, Frankfurt am Main, übernehmen. Das Gelände der Raffinerie wurde vor wenigen Moniten durch den Kauf der stillgelegten Westdeutsche Ytong Aktiengesellschaft abgerundet. Die Bilanz der Purfina Mineralölraffinerie Aktiengesellschaft zeigt das übliche Bild einer im Aufbau befindlichen Gesellschaft. Die Hauptversammlung beschloß, das Aktienkapital zunächst um 10 an 15 Mill. DM zu erhöhen. Das Kapital wird von der Pétrofina S. A. eingezahlt.

Wenn auch im Augenblick in der Bundesrepublik angesichts der steigenden Kohlenhalden Sorgen bezüglich des Absatzes, insbesondere des Heizöls, geäußert worden sind, so herrscht bei der Purfina die Ansicht, daß die auf die Dauer gesehen auftretende Energielücke nur durch Erweiterung der westdeutschen Raffineriekapazität geschlossen werden kann. D. Z.