Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen besitzen 93 v. H. des nunmehr 12,5 Mill. DM betragenden Aktienkapitals der Deutschen Bau- und Bodenbank AG, Berlin-Frankfurt, ein Bau-Zwischenfinanzierungsinstitut. Die Mittel erhält sie hierfür zu einem guten Teil von den Realkreditinstituten. Diese sind in der Regel sehr flüssig, weil sie zugesagte Hypotheken erst nach Bau-Fertigstellung auszahlen dürfen, über die Gelder aber bereits vorher verfügen. Weiter erhält die Bank Mittel von der öffentlichen Hand, vor allem auch von ihren beiden Hauptaktionären. Sie stellen ihr vorübergehend disponible Kassenmittel mittelfristig zur Verfügung. Solche Darlehen werden unter Auflagen entsprechend der staatlichen Wohnungspolitik gegeben.

Die Gesamtverpflichtungen der Deutschen Bau- und Bodenbank betrugen Ende 1957 rund eine halbe Milliarde DM. Hiervon wurden über 330 Mill. DM als Kredite, vor allem an die Wohnungsbauwirtschaft, herausgelegt. Das Institut verfügt über große flüssige Mittel. Sie sammeln sich vor allem im Winter, und damit auch am Bilanzstichtag an; in der Bausaison werden sie abgebaut.

Die öffentliche Hand hat sich mit der Bau- und Bodenbank ein bedeutungsvolles Instrument der Wohnungspolitik geschaffen. Die Geschäftspolitik der Bank ist entsprechend nicht auf die Erwirtschaftung eines hohen Gewinnes ausgerichtet, im Gegenteil, es gehört zu ihren Aufgaben, die Zinsspanne möglichst klein zu halten. Es wird lediglich darauf gesehen, daß eine angemessene Verzinsung des Aktienkapitals erfolgt. Die Dividende beträgt so in den letzten Jahren auch nur 6. v. H., was für eine im Besitz der öffentlichen Hand befindliche Bank als angemessen gilt. W. R.