DIE ZEIT

Max Brauer: Zeuge wider sich selbst

Max Brauer, damals Oberbürgermeister von Altona, war im Frühjahr 1933, als die Nationalsozialisten die Macht an sich gerissen hatten, seines Lebens nicht mehr sicher.

Pankow gibt den Geist auf

Die westdeutsche Rektorenkonferenz hat nicht nur die Beteiligung an der 400-Jahrfeier der Universität Jena abgesagt sondern auch zu verstehen gegeben, sie habe keinen Adressaten für ihre Glückwünsche (weshalb sie sie denn der Presse übergab, siehe Feuilleton dieser Ausgabe).

Krach in der NATO

Seine Majestät der Hering dürfte sich in diesen Tagen ins Flößchen lachen. Sein Flossenschlag vor der isländischen Küste scheint die friedliche NATO-Eintracht ad absurdum führen und aus Freunden Feinde machen zu wollen.

Niemals ein „Niemals“ sagen!

Die Nahost-Krise, am 14. Juli durch den Militärputsch im Irak und am Tag darauf durch die amerikanische Landung im Libanon plötzlich in einer Weise dramatisiert, daß ängstliche Gemüter schon am Rande des dritten Weltkrieges zu stehen glaubten, hat sich innerhalb von fünf Wochen wider alle Erwartung in nichts aufgelöst.

Putschist, „Kriserich“ und Chronist

Wie anschaulich ist doch die französische Politik! Die Gestalt de Gaulles ist genauso unproportioniert, wie das seiner Stellung in Frankreich entspricht, und das leicht verächtliche Lächeln von Mendès-France ist das des Mannes, der immer recht gehabt hat, aber auf den niemand hören will.

ZEITSPIEGEL

Die Liebe zu den Führern ist keineswegs Personenkult. Die Bekämpfung des Personenkultes schließt keineswegs die Liebe zu den Führern aus.

Trampen wir einmal durchs Land!

Von folgendem Dialog stimmt jedes Wort: "Können Sie uns nicht mitnehmen?" – "Wohin?" – "Och, vielleicht mal Richtung Frankfurt .

Antisemitismus in Sowjetrußland

Es begann mit Stalins Ärzteprozeß – Zwangsaussiedlung war kein „Geschenk“ – Quotensystem für jüdische Beamte

Ein Schloß für den Landtag

Die Baustelle sieht aus wie andere auch: Bretterzaun zur Publikationsabwehr, Sand- und Kiesberge, ein riesiger Betonmischer, Lorengleise, Eisengitter und Stahlträger, Gerüste.

Neuer Antikolonialismus

Als de Gaulle in Paris vor dem „Verfassungs-Konsultativkomitee“ ausrief, die Überseeischen Territorien hätten zu wählen: entweder „Bundesstaat“ oder Entlassung in die Freiheit, da hielt man das für eine bloße boutade.

400 Jahre Universität Jena

Vom 1. bis zum 5. September feiert die Universität Jena ihr 400jähriges Bestehen. Unter den Schatten, die dieses Ereignis vorauswirft, sind zwei besonders auffällig.

Unser Recht:: Der teure Freispruch

Ein zwanzigjähriger Bote hatte einen Strafbefehl über 25 Mark erhalten, weil er in einen Verkehrsunfall verwickelt war. Auf Grund seines Einspruchs wurde er vom Strafrichter „mangels Beweises“ freigesprochen, während der andere Unfallbeteiligte wegen Verletzung des Vorfahrtsrechts mit 50 Mark Geldstrafe belegt wurde.

Was bedeutet akademische Freiheit?

Eine der traditionsreichsten deutschen Universitäten hat ihren Rector Magnificus verloren just in dem Augenblick, wo sie sich anschickte, auf ein vierhundertjähriges Bestehen feierlich zurückzublicken.

Das Ungeheuer von Neapel

Der letzte Trottel in der Geschichte der Menschheit wurde im Jahre 1990 geboren, als nicht nur alle Trottel von der Erde verschwunden waren, sondern die Wissenschaft auch versicherte, Mittel zu besitzen, um die Wiedergeburt eines Trottels von vornherein auszuschließen.

ZEITMOSAIK

Ralph Vaughan Williams, der führende britische Komponist symphonischer Musik seit dem Tode Sir Edward Elgars 1934, ist im Alter von 85 Jahren in seinem Londoner Heim gestorben.

Der preußische Kapellmeister

Da war er wieder, unter fremden Möbeln, und doch daheim; in seinem Berlin. Dieser pedantischste aller Kapellmeister war zugleich der großmütigste Mensch.

O Vanessa!

Die Salzburger Festspiele gehen in diesen Tagen zu Ende. Dürfte man (oder vielmehr: müßte man) das meistberedete „Ereignis“ ihrer letzten Etappe als Symptom verstehen, so wäre ein Ende auch im weiteren Sinne, über den Saisonschluß hinaus, zu fürchten.

Nr. 35 vom 26. August 1948: Zum 50. Geburtstag

Für die Freunde Friedrich Georg Jüngers war es ein Ereignis, als sie vor wenigen Wochen mit „Orient und Okzident“ (Hans-Dulk-Verlag, Hamburg) eine Sammlung seiner schönsten Essays entgegennehmen durften.

Alibi in Afrika

Zwei Männer und eine Frau sind in der richtigen Konstellation die Figuren eines Dramas, für dessen Ende dem Schriftsteller alle Gefühlsvariationen vom heldenhaft-rührseligen Verzicht bis zum Tod mindestens eines der Beteiligten zur Verfügung stehen.

Ein Leben im Spiegel von Berlin

Kaum ein anderer Dichter steht so eindeutig und selbstverständlich außerhalb „unserer Zeit“ wie Friedrich Georg Jünger, der am 1.

Faunkopf

Zu den faszinierendsten, nie ganz zu enträtselnden Erscheinungen des 19. Jahrhunderts gehört der französische Lyriker Arthur Rimbaud (1854-91).

Der falsche Methusalem

Die Ankunft des rüstigen Greises Franz Grobauer in seiner Heimatstadt Koblenz, wo sich der mit einem Aussiedlertransport aus Stettin Zurückgekehrte als ältester Bürger der Rhein-Mosel-Stadt und der ganzen Bundesrepublik feiern und interviewen ließ, um dann in Richtung Bonn weiterzureisen – er wollte den „tüchtigen jungen Mann“ Dr.

Rivale für Tempelhof

Nach den ehrgeizigen Plänen der Ostberliner Stadtverwaltung soll Berlin einen der modernsten Interkontinentflughäfen Europas erhalten.

Der sprechende Zoo

Im Frankfurter Exotarium sieht man neuerdings mitten zwischen den Schaulustigen eine Gruppe von zehn oder fünfzehn Besuchern, die alle gleichzeitig den Kopf zu dem Blatthühnchen wenden, das mit riesigen Spinnenfüßen über die schwimmenden Wasserpflanzen der tropischen Urwaldlandschaft läuft.

Auf der alten Salzstraße

Ich bin danach die etwa hundert Kilometer lange Straße zweimal gefahren: einmal auf vier Rädern, das anderemal auf zweien. Vor dem schön geschwungenen Barockportal des „alten Kaufhauses“ in Lüneburg sollte man aufbrechen.

Pariser Reformer vor der Hydra

Die Pariser Börse, die sich im allgemeinen für die Stimmung im Lande sehr feinfühlig zeigt, nimmt seit einigen Wochen eine ausgesprochen abwartende Haltung ein.

Für Wohnungsbau-Finanzierung

Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen besitzen 93 v. H. des nunmehr 12,5 Mill. DM betragenden Aktienkapitals der Deutschen Bau- und Bodenbank AG, Berlin-Frankfurt, ein Bau-Zwischenfinanzierungsinstitut.

Der Leser schreibt...

Für Ihren Hinweis auf die Leserzuschrift „Alte mündelsichere Hamburger Ablösunganleihe“ und Ihre Antwort darauf danke ich Ihnen sehr.

Börse: Materialmangel!

Die Hausse auf den Wertpapiermärkten hält an. Bei den festverzinslichen Papieren tritt sie kaum noch in Erscheinung, weil einfach kein Angebot zur Verfügung steht.

Keine Allianz-Zusatzaktien

Die HV der Allianz Versicherungs-AG, München-Berlin, benutzte Vorstandsvorsitzer Gen.-Dir. Dr. Goudefroy dazu, die Reservenpolitik der Gesellschaft eingehend zu begründen.

Preußenelektra vor großen Investitionen

Rund 500 Mill. DM will die Preußische Elektrizitäts-AG, Hannover (Preußenelektra), von 1958 bis 1962 investieren. 493 Mill. DM sind von der Währungsreform bis einschl.

Neuer Großaktionär bei Heinkel

Auf einer Pressebesprechung der Ernst Heinkel AG, Stuttgart-Zuffenhausen, teilte Generaldirektor Alfred Klein mit, daß die Gesellschaft nach der Kapitalerhöhung um 2,2 Mill.

Otavi hofft weiter

Die Verwaltung der Otavi Minen- und Eisenbahngesellschaft betrachtet die Aussichten für die Rückgabe ihres in Südafrika gelegenen Eigentums nicht pessimistisch.

Bald auch Purfina-Raffinerie

Die Purfina Mineralölraffinerie AG, Duisburg, hielt auf ihrem Gelände in Duisburg-Neuenkamp ihre erste ordentliche Hauptversammlung ab und legte dabei den Geschäftsbericht für das Rumpfgeschäftsjahr 1957 vor.

Skandal in Leupoldsgrün

In Leupoldsgrün, einem kleinen Nest im Landkreis Hof, widerfuhren die genannten Ehrungen dem vierunddreißigjährigen Heinz Detlef Schulz.

Fanfaren übertönt

In der vergangenen Woche ist es in Schwedens Hauptstadt Stockholm, in der die Europameisterschaften der Leichtathleten entschieden wurden, zu einer eigenartigen und bezeichnenden Demonstration der deutschen „Schlachtenbummler“ gekommen, die diesmal anders als bei den Fußball-Weltmeisterschaften aufgenommen wurde.

Kritik an der Nicht-Gesellschaft

Hier gibt es drei Nitribitts. Die erste ist jene, deren Handeln und Motive die Polizei noch aufzuklären sucht und die auf eine recht peinliche Art zur „historischen“ Figur geworden ist: Es gibt Menschen, für die Frankfurt die Stadt Nitribitts, nicht Goethes ist.

Wir finden gut...

... daß die in Schleswig-Holstein stationierten Bundeswehrsoldaten – falls die Wetterlage es erfordern sollte – zur Bergung der Ernte eingesetzt werden.

Der Aktionär muß wissen:

Die Verwaltung der Erin Bergbau AG, Castrop-Rauxel, teilt mit, daß an die freien Aktionäre der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 1957/58 (31.

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