Von Johannes Jacobi

Die Bayreuther Festpiele sind beendet. Was bemerkenswert an ihren künstlerischen Leistungen war, ist hier besprochen worden. Zu einem Nachwort fühlt der Theaterkritiker sich verpflichtet, der von der Festspielleitung sehr „persönlich angesprochen“ wurde. Sieben Seiten des Bayreuther „Parsifal“-Programmheftes fand er gefüllt mit einer Zitatenlese unter der Überschrift: „Johannes Jacobi in Bayreuth – DIE ZEIT berichtet acht Jahre von den Bayreuther Festspielen.“

Was soll’s? Ich habe höchst interessiert gelesen, was von der Bayreuther Programmheft-Redaktion aus meinen Kritiken (ohne mein Wissen) zu einem richtigen großen Artikel zusammengefügt worden ist. Es sei mir erlaubt, darauf das eine oder andere zu antworten.

Die „Festspielleitung“ hat in mehreren Programmheften Diskussionsbeiträge veröffentlicht, in denen die Frage angeschnitten wurde, ob es nicht an der Zeit sei, das Bayreuther Festspielprogramm zu erweitern, so daß künftig auch andere Werke als die von Richard Wagner aufgeführt werden könnten.

Auf der Pressekonferenz im Foyer des Festspielhauses fand sich denn auch ein Journalist, der diese seit langem in der Luft liegende Frage aussprach.

Wieland Wagner antwortete mit einer Erklärung, die nicht so klang, als ob sie ad hoc formuliert worden wäre: Wir – die Festspielleitung – sind gebunden durch das Testament unseres Vaters. Danach darf das Festspielhaus „einzig der festlichen Aufführung der Werke Richard Wagners“ dienen. Aber, so ließ sich Wieland Wagner weiter vernehmen, wir spielen ja für unser Publikum. Und wenn das Publikum eine Erweiterung des Werkprogramms diskutiert.

Als ich daraufhin noch einmal mich selber las – nämlich das, was „die Festspielleitung“ aus meinen ZEIT-Kritiken exzerpiert hatte – da wurde mir allmählich klar, welcher Wille diese Zitate (gar nicht so willkürlich, wie es zunächst scheinen mochte) aus der Fülle der möglichen ausgewählt hatte.