Die Verwaltung der Otavi Minen- und Eisenbahngesellschaft betrachtet die Aussichten für die Rückgabe ihres in Südafrika gelegenen Eigentums nicht pessimistisch. Die Werte selbst, nämlich die Bergwerksbetriebe und Farmbesitz, wurden allerdings veräußert. Die entsprechenden Verkaufserlöse aber, es sind dies insgesamt 1,4 Mill. Pfund, sind noch vorhanden. Die südafrikanische Regierung hat nun bereits erkennen lassen, daß sie einer Übertragung eines angemessenen Betrages auf die Otavi nicht unbedingt ablehnend gegenübersteht. Sie hat ihr inzwischen ein unverzinsliches Darlehen von insgesamt 700 000 Pfund gewährt, für dessen Sicherung ursprünglich Bankgarantien beigebracht werden mußten. Mit einem Betrage von 500 000 Pfund wurde die Otavi jedoch aus der Bankgarantie entlassen. Otavi hat hierfür Aktien ihrer südafrikanischen Tochtergesellschaft, der Otavi Mining Company Limited, überlassen. Mit dem Darlehen wurde eine Platingrube erworben, die jedoch zur Zeit keine Erträge abwirft, weil der Platinpreis um rund ein Drittel gefallen ist. Weiterhin wurde ein großes Vorkommen von Ton und Chamotte gekauft; es arbeitet mit gutem Erfolg.

Eine endgültige Freigabe des beschlagnahmten deutschen Vermögens war bisher nicht zu erreichen, weil Südafrika zu den Unterzeichnern des Pariser Reparationsabkommens gehört. Das Land möchte als kleine Nation keinesfalls selbständig handeln. Daher schaut man in Pretoria auch nach Washington. Sollten die Amerikaner von dem Geiste des Pariser Abkommens abrücken, dann wird man sich wahrscheinlich in Pretoria für die deutschen Wünsche auf Rückgabe seines Eigentums aufgeschlossen zeigen. In Hoffnung hierauf ist in der Bilanz das außerordentliche Kapitalentwertungskonto von 4,7 Mill. DM noch aufrechterhalten worden.

Da es sich bei der Otavi um eine Kolonialgesellschaft handelt, für die die Bestimmungen des Aktienrechtes keine Anwendung finden, hat der Registerrichter hiergegen keine Einwendungen erhoben. W. R.