Helmuth Burckhardt, der neue Mann im Unternehmensverband Ruhrbergbau

Von Elmar Mundt

Der Verbandsausschuß des Unternehmensverbandes Ruhrbergbau hat den Generaldirektor und Mitglied im Vorstand des Eschweiler Bergwerksvereins, Bergassessor a. D. Helmuth Burckhardt (Aachen), zum neuen Vorsitzenden des Vorstandes gewählt. Burckhardt ist Nachfolger des aus Altersgründen zurückgetretenen über 70jährigen Bergassessors a. D. Alfred Wimmelmann.

Helmuth Burckhardt gehört zu den Männern, die den Kernpunkt einer Frage erkannt, ihren Standpunkt bezogen oder ihre Entscheidung gefällt haben, wenn andere sich noch bei der Vorrede aufhalten. Der Schlüssel zum Erfolg dieses hünenhaften 54ers liegt in seiner profunden Sachkenntnis, Logik, Energie und Menschlichkeit. Er ist Bergassessor a. D. und gehört dennoch nicht zu den Unnahbaren. Wie alle akademischen Bergleute, die vorübergehend im Staatsdienst waren, läßt er sich gern mit diesem Titel anreden. Den Titel "Generaldirektor" sollte man nicht gebrauchen. Obwohl Burckhardt seit 1951 einer der wenigen echten "Generale" im westdeutschen Steinkohlenbergbau ist – erstes und oberstes Vorstandsmitglied des Eschweiler-Bergwerks-Vereins, nicht Gleicher unter Gleichen – legt er auf diesen Titel keinen Wert.

Am 15. August hat Helmuth Burckhardt sein 25jähriges Dienstjubiläum bei seiner Gesellschaft gefeiert. Mit 29 Jahren kam der Berliner aus dem schlesischen und sächsischen Bergbau als Betriebsdirektor ins Wurmrevier. Mit 35 Jahren zog er in den Vorstand dieser größten Zechengesellschaft des luxemburgischen Arbed-Konzerns ein, mit 47 wurde er "General". Dazwischen liegen vier harte Jahre der russischen Kriegsgefangenschaft, in denen er – "von Beruf Bergmann" – im Kohlenstoß einer Grube im Donez-Becken pickte. Die Entlassung wegen Arbeitsunfähigkeit kam, bevor die Russen erkannt hatten, wer da im Gedinge arbeitete, sonst...

Die "intelligenten Flöze" des amerikanischen Bergbaues lernte Burckhardt auf einer Amerika-Reise kennen. Auf diesen Eindrücken und Erfahrungen bauen sich seine intimen Kenntnisse über die Problematik der Kohlenimporte auf. Er weiß, wieviel Kapital im deutschen Bergbau investiert werden muß und wieviel Zeit man braucht, bis hier auf grüner Wiese eine rentable Zeche in Betrieb genommen werden kann. Seit 1936 baut er an der Grube "Emil Mayrisch" in Siersdorf bei Jülich. Heute liefert diese – eine – seiner sechs Schachtanlagen 3500 Tonnen pro Tag. 1965 wird sie mit 10 000 Tonnen Tagesförderung eine der größten und modernsten Europas sein. "Emil Mayrisch" ist Burckhardts große Liebe – was nicht sagt, daß er seinen fünf Kindern nicht ein guter Familienvater wäre!

Viel Unfug