Der Sekretär für Agitation und Propaganda der sowjetischen Parteiführung, Leonid Iljitschow, der während vieler Konferenzen – zuletzt in Genf – als Sowjetsprecher aufgetreten ist, hat in einem neunspaltigen Artikel der "Prawda" bekanntgegeben, daß von nun an die Parteischulung energisch verstärkt werde. Iljitschow, der von 1949 bis 1953 Chefredakteur der "Prawda" und dann Leiter der Presseabteilung des sowjetischen Außenministeriums war, hat im Mai 1958 als Nachfolger Konstantinows die Leitung der Propagandaabteilung der Parteiführung übernommen. Seinen Ausführungen ist zu entnehmen, daß in Moskau neues Lehrmaterial über die Geschichte der KPdSU, des dialektischen Materialismus und der Politökonomie herausgegeben wird.

Die Grundschulung soll in Zukunft durch eine Neubearbeitung des Lehrbuches "Politisches Grundwissen" erfolgen. Neben den bereits bestehenden Lehrbüchern über den dialektischen und historischen Materialismus und die "Politische Ökonomie" soll nun – zum erstenmal – unter dem Titel "Die Grundlagen des Marxismus-Leninismus" die gesamte Sowjetideologie in einem Buch zusammengefaßt werden. Das neue Lehrbuch wird also sowohl die Philosophie (Dialektischer Materialismus), die Wirtschaftslehre (Politische Ökonomie) wie auch die politischen Grundsätze ("Theorie des wissenschaftlichen Sozialismus") enthalten. Allen Parteimitgliedern wird auferlegt, in Zukunft dieses Buch "durchzuarbeiten".

Iljitschow weist in jenem Aufsatz auch darauf hin, daß jetzt das Studium der aktuellen Fragen forciert werden wird: vor allem die Erklärung der zwölf kommunistischen Parteien vom November 1957, sowie die Beschlüsse des Zentralkomitees der sowjetischen Staatspartei und der "Kampf gegen den gegenwärtigen Revisionismus";

W. L.