Gewiß, wir haben Fürsorgeorganisationen aller Art, Sozialversicherungen, Altersheime und Kindergärten geschaffen; wir haben das "durchschnittliche Lebensalter" von 45 auf 60 Jahre gesteigert, haben Armut und Reichtum, Glanz und Elend stufenweise einander angeglichen ... Es war nur eine kurze Meldung, die durch die Presse ging: ein Schlesier, der nach dreijähriger Gefangenschaft aus Rußland zurückgekehrt ist, dessen Frau noch immer als Zwangsarbeiterin im Ural zurückgehalten wird und dessen Kinder erst jetzt aus den polnisch besetzten Gebieten ausgewiesen worden sind, hat Selbstmord begangen, weil seinen Angehörigen die Zuzugsgenehmigung nach Höxter, wo seine Eltern leben, verweigert wurde ... Der Tod dieses "unbekannten Heimkehrers" trifft nicht nur eine Mutter, sondern Tausende von Müttern und Frauen, die alle noch auf ihre Angehörigen warten. Jeder, der heute auf den endlosen Landstraßen wandert, kann es sein: "Wer jetzt geht, irgendwo geht in der Welt, geht zu mir – wer jetzt stirbt, irgendwo stirbt in der Welt, sieht mich an." Wahrhaftig, das ist es, und darum haben wir im Grunde alle teil an jedem solchen Versäumnis, denn daran liegt es: wir haben dieses Gefühl nicht mehr, daß sie alle unsere Brüder sind, die Flüchtlinge und die Heimkehrer. Dff.