DIE ZEIT

Was tut sich in Algerien?

Für viele war das Ergebnis des französischen Referendums in Algier (96,5 Prozent Ja-Stimmen) ein Rätsel, das auch dann nicht viel plausibler wird, wenn man die Stimmenthaltungen (25 Prozent) als Nein-Stimmen wertet.

Pius XII.

Vor Jahren, als die Ärzte ihn, den von schwerer Krankheit Genesenden, warnten, erwiderte Pius XII.: "Nach meinem Tod werde ich genug Zeit haben, mich auszuruhen.

Selbstenthauptung

Auf dem Parteitag der Labour Party wäre um ein Haar ein Antrag durchgegangen, den der robuste und selbstherrliche Gewerkschaftsführer Frank Cousins eingebracht hatte.

Kranz auf dem Grab?

Hierzulande gibt es viele Stimmen, die den Amerikanern eine realistische Einstellung zur chinesischen Frage dringend anempfehlen.

Maos Kanonen schweigen

Seit Montagmorgen schweigen in der Straße von Formosa die rotchinesischen Kanonen, und unbehindert landen Tschiang Kai-scheks Versorgungsschiffe auf den Inseln Quemoy und Matsu.

Gangsterbanden herrschen auf Sizilien

Die Bewohner Siziliens seufzen unter dem Terror der Mafia. Die Verbrecher-Organisationen, die mit diesem Namen bezeichnet werden, haben in den letzten Wochen eine ganze Serie grausiger Morde verübt.

Kampf mit dem Drachen

Entschuldigt, Genossen, daß ich heute keine theoretischen Probleme behandele, sondern über sehr praktische Fragen spreche, nämlich carüber, wie im Geiste des Sozialistischen Aufbaues die Massenarbeit der gesamten Jugend und aller Kinder durchgeführt wird", so begann Walter Ulbricht vor dem FDJ-Aktiv Berlin seine Rede und wandte sich dann der folgenden praktischen Frage zu.

ZEITSPIEGEL

"Die Tatsache, daß Robert Schneider alle Welt jahrelang an der Nase herumgeführt hat, zeigt deutlich, daß er psychologische Fähigkeiten besitzt und intelligent ist.

Aus Eins mach Zwei

Im Niedersächsischen Landtag gibt es seit dieser Woche wieder vier Fraktionen. Bisher waren es drei. Nicht, daß sich eine Fraktion neu gebildet hätte, im Gegenteil, eine vorhandene zerfiel: die Gemeinschafts-Fraktion Freie Demokraten – Gesamtdeutscher Block.

Des Nächsten Ehre

Todesstrafe bei Staatsnotstand? – Ein Gespräch mit Bundesjustizminister Schäffer

Der tugendhafte Kanadier

Als Junge schon kannte er nur einen Wunsch: Ministerpräsident wollte er werden, nichts weniger als das. Es gelang ihm, dem Landschullehrersohn aus der entlegenen Provinz Saskatchewan, nicht auf Anhieb.

Nordrhein-Westfalen: "Much money, many friends"

Namens- und Geburtstage der Lehrerinnen und Lehrer waren seit eh und je helle Stunden im grauen Schulalltag. Die Überreichung eines kleinen Geschenkes nebst damit verbundener Feier sind ja meist Anlaß, daß statt lateinischer Zitate das Lied "Freunde laßt uns fröhlich loben" erklingt, vierstimmig und in seiner ganzen Länge.

Rheinland-Pfalz: Verkehrssünder

Am letzten Sonntag riß ein im Morgengrauen aus Richtung Ludwigshafen heranbrausender Touropa-Schnellzug kurz vor dem Bahnhof Mainz-Süd die elektrische Fahrleitung auf etwa 800 Meter ein und kam dann zum Stehen.

Bayern: Schlacht auf 64 Feldern

Im Kongreßsaal des Deutschen Museums stehen in diesen Tagen zur Abwechslung einmal Schachbretter. Über zweihundertfünfzig Meister des Schachspiels aus sechsunddreißig Ländern streiten auf den berühmten vierundsechzig Feldern um ihre Weltmeisterschaft im Mannschaftskampf.

Nordrhein – Westfalen: Lohausen-Dämmerung?

Jenem Teil der Düsseldorfer Lokalpresse, der immer noch verkündet, der interkontinentale Düsenflugverkehr im Lande Nordrhein-Westfalen habe nur in Lohausen (also hart am Rande der Düsseldorfer Wohngebiete) eine Zukunft, ist in später Stunde eine wichtige Einsicht gekommen.

Frau Meyer trägt chinesisch

In Hamburg fand die "Erste chinesische Modenschau" statt. Die Hamburgerinnen drängten sich im engen Eingang des China-Restaurants, warteten geduldig, zahlten zwei Mark Eintritt und erkämpften sich einen Platz.

Wissenschaft kämpft für das Leben

Jaspers: Kritik der Psychoanalyse – Warburg: Krebszellen als Atavismus – Kuhn: Resistenz heißt überleben Fünf Nobelpreisträger auf einer Tagung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte

Was treibt die deutsche Germanistik?

Zweierlei gibt Veranlassung, vom Studium des Deutschen an deutschen Universitäten zu reden: In der ZEIT begann vor zwei Wochen eine Kontroverse, die ausgelöst wurde durch einen Brief des siebzigjährigen Theaterkritikers und Literarhistorikers Professor Dr.

"Sind Deutsche besser?"

Sind die Deutschen besser? Nein. Lauter? Sicherlich." So schrieb Philip Hope-Wallaca im "Manchester Guardian" nach der "Maria-Stuart"-Aufführung, mit der das einwöchige Gastspiel der Düsseldorfer im Sadler’s-Wells Theatre begann.

Wie leicht wird das Spiel zur Spielerei

Bemerkenswert sind Stilübungen von Autoren, denen es nicht so sehr um Erfolg (und Massenkommunikationsmittel), als um künstlerische Wirkungen geht.

ZEITMOSAIK

Was wundern wir uns, daß....................................................................................................

Spinne am Abend

An diesem Abend sitzt der Schauspieler in seinem Zimmer und wartet. Eine kleine Lampe leuchtet gelb auf dem Tisch. Unter dem Feister lärmt eine späte Trambahn vorüber, und er hört, wie sie an der nächsten Straßenecke hält.

Unser Recht:: Freundesverrat

Gewissensnöte bedeuten für aufrechte Naturen Folterqualen. Das zeigt sich besonders, wenn ein Mensch vor Gericht gezwungen wird, als Zeuge seinen Freund zu verraten.

Gabriela Mistral:: Nacht

Die Frauen, die für ihr literarisches Werk die höchste Auszeichnung, den Nobelpreis, erhielten, kann man an den Fingern einer Hand abzählen.

Ach, die armen Kleinstädte...

Auch nachdem die Idylle sich überlebt hat, bleiben sie bevorzugte Schauplätze für gar nicht mehr idyllische Romanhandlungen

Die Anti-Reportage

Was denken diese Japse eigentlich, was geht in ihren Köpfen vor?" fragte Roosevelt einmal einen Amerikaner, der seit langen Jahren im Lande der aufgehenden Sonne seinen Geschäften nachging.

Vergangen – Vergessen?

seine makabre Bedeutung behalten hat. Das Buch erlangte durch die Prozesse Sommer, Tilsiter Einsatzkommandos, durch die Flucht des SS-Arztes Dr.

Staubsauger für die müde Hausfrau

Mr. Wormold ist Engländer, aber lebt mit seiner wunderschönen Tochter in Havanna; und sein Geschäft sind Staubsauger. Dieses Geschäft geht schlecht, noch schlechter, seitdem die Firma auf den Gedanken verfallen ist, ihr letztes Modell "Atom-Meiler-Saug-Säuberer" zu nennen; denn Kuba ist ein den Atom-Meilern nicht sehr zugetanes Land.

Ovid–lateinisch und deutsch

Es ist eine Ausgabe, die uns vorzüglich dient und allen Alt- oder Halblateinern beim Lesen weiterhilft, denn ihre deutsche Vers-Übersetzung dem lateinischen Text gegenüber ist genau, gewandt, geschmackvoll: Hermann Breitenbach verdient für diese Leistung langer Jahre Dank und Anerkennung.

Schuld und Schicksal im Donauraum

Wer die selber erlebte und erlittene Geschichte als Historiker oder Politiker darzustellen versucht, wird trotz noch so energischem Bemühen um Objektivität seinen subjektiven Standpunkt nicht verleugnen können.

Kleiner Roman eines großen Jungen

Es ist mir leider nicht gegeben, mich über die junge Generation aufzuregen. Wenn ich die jungen Männer sehe, die im Zorn zurückblicken, die Bilderstürmer und die Wildlinge, ob sie nun Kinositze zerschneiden oder Nobelpreisträger anstänkern – ich kann mir nicht helfen, ich habe dabei immer nur das Gefühl: "Dich kenn’ ich doch, du hast der Witwe Bolte die Hühner stibitzt.

Die Renten-Dynamik fordert ihren Tribut

Der Bundestag steht vor einer schweren Entscheidung. Zur Debatte steht die Frage, ob die Renten der sozialen Altersversicherung – entsprechend der im vergangenen Jahr geschaffenen gesetzlichen Möglichkeit (Rentenreform), die Bezüge der nicht mehr Arbeitenden von Jahr zu Jahr den Steigenden Arbeitseinkommen "dynamisch" anzupassen – erhöht werden sollen oder nicht.

Mit Aufwind ins letzte Quartal

Die amerikanische Konjunkturbelebung scheint an Schwungkraft zu gewinnen. Zwar ist der Anstieg der Industrie-Produktion noch nicht so steil, daß die Zunahme der Beschäftigung höher wäre als der Zuwachs der Zahl der Stellensuchenden.

Rot-China überrundet Indien

Cambridge, Mass., Anfang Oktober Wo wohl Indien als auch China haben ihren ersten Fünf jahresplan hinter sich. Indien befindet sich bereits im zweiten Jahr des zweiten Planes, während Chinas zweiter Fünf jahresplan am 1.

Bundesbahn muß endlich saniert werden

Als der Deutschen Bundesbahn (DB) im Frühjahr mit einer Verspätung von mehreren Monaten die Tariferhöhung zugestanden wurde, hofften alle, die an dieser Maßnahme mitgewirkt hatten – und das waren die Regierungen in Bund und Ländern, die Regierungs- und Oppositionsparteien, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften –, der Bundesbahn vorerst einmal über den Berg geholfen zu haben.

Akrobaten der Sozial-Statistik

Das Thema "Konzentration" beschäftigt bei uns die Gemüter nach wie vor recht lebhaft aber eben leider vorzugsweise die Gemüter, an die mit Gefühlsargumenten appelliert zu werden pflegt, und sehr viel weniger die ratio.

Ideen muß man haben

Willy H. Schlieker: Die besten Geschäfte mache ich erfahrungsgemäß, wenn es mit der Konjunktur nicht zum besten bestellt ist.

Ärzte steuern neue Ziele an

Die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung ist eine sozialpädagogische Aufgabe ersten Ranges. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, daß sie auch wirtschaftliche Konsequenzen haben wird.

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