d. z., Düsseldorf

Jenem Teil der Düsseldorfer Lokalpresse, der immer noch verkündet, der interkontinentale Düsenflugverkehr im Lande Nordrhein-Westfalen habe nur in Lohausen (also hart am Rande der Düsseldorfer Wohngebiete) eine Zukunft, ist in später Stunde eine wichtige Einsicht gekommen. So schreibt die Rheinische Post: "Köln hat sich Düsseldorf in der psychologischen Kriegsführung haushoch überlegen gezeigt; so sehr, daß allen Ernstes die Frage aufgeworfen wurde, ob es Zweck habe, den publizistischen Kampf um den Flughafen fortzusetzen."

Soviel Einsicht, aber auch wieder so viel Blindheit. Die müden Streiter sehen den Gegner nur in Köln und wollen nicht wahrhaben, daß er in Wirklichkeit viel näher sitzt, nämlich in Düsseldorf selbst, in Duisburg, in Essen, im ganzen Ruhrgebiet. Köln kämpft für Wahn und damit freilich mittelbar auch gegen Lohausen. Der eigentliche Gegner aber heißt nicht Köln.

Daß sie publizistisch unterlagen, dafür haben einige Düsseldorfer nun einen höchst seltsamen Sündenbock gefunden. Er heißt: "Unsere eigene. Sachlichkeit." Dieser sogenannten Sachlichkeit wird die "Unfairneß" auf der anderen Seite, sowie die "Überschwemmung Nordrhein-Westfalens mit Kölner Propaganda" gegenübergestellt.

In Wirklichkeit waren es allein die besseren Argumente, die den Gegnern des Lohausen-Projekts Überlegenheit verliehen und die die Düsseldorfer genötigt haben, der echten Diskussion auszuweichen und den Erfolg lieber im Handeln auf eigene Faust zu suchen.

An diesen Erfolg scheinen jene unbelehrbaren Manager auch heute noch zu glauben, deren Weisheit in dem Satz gipfelt: "je dichter der Flughafen bei der Großstadt, um so stärker die Frequenz der Maschinen."

Wir aber möchten an den Satz erinnern, den wir schon vor jetzt fast zwei Jahren schrieben (DIE ZEIT, Nr. 47): "Lohausen scheint uns geradezu ein Testfall, um festzustellen, wie weit der homo sapiens noch Herr der Technik und seiner selbst ist und wie weit er sich schon dem, was er Fortschritt nennt, hilflos ausgeliefert hat."