Sabri Assali, der letzte Ministerpräsident Syriens vor dem Zusammenschluß seines Landes mit Ägypten, und seither Stellvertreter Präsident Nassers, ist von seinem Amt zurückgetreten.

Dieser Schritt scheint die Gerüchte zu bestätigen, die seit kurzem durch die Presse einiger arabischer Nachbarländer geistern. So hat beispielsweise die libanesische Zeitung al Jerida schon vergangene Woche von schweren Unstimmigkeiten berichtet, die zwischen Präsident Nasser und seinen beiden Stellvertretern Sabri Assali und dem Ägypter Abdel Latif Boghdadi ausgebrochen seien. Tatsächlich ist Boghdadi, der Nasser vorgeworfen haben soll, die innenpolitischen Ziele der Revolution zugunsten außenpolitischer Abenteuer zu vernachlässigen, seit zwei Monaten bei keiner öffentlichen Kundgebung mehr aufgetreten.

Wie die libanesische Zeitung mitteilt, habe sich bei den Prozessen gegen die Führer der ehemaligen irakischen Regierung herausgestellt, daß verschiedene Politiker Syriens mit Nuri es Said über eine syrisch-irakische Union gesprochen hätten. Diese Version ist durchaus glaubhaft. Im Gegensatz zu dem Zusammenschluß Ägyptens mit Syrien, der weder wirtschaftlich noch politisch noch ethisch sonderlich einleuchtend ist, entspricht nämlich der Gedanke einer Vereinigung von Syrien und Irak einem uralten langgehegten Plan, für den viele arabische Politiker gekämpft haben und nicht wenige ins Gefängnis wanderten.

Während die Fusion mit Kairo den Syrern, wirtschaftlich gesehen, nur Nachteile bringt, wäre eine Verbindung mit Irak für beide Teile günstig. Ganz zu schweigen von der Tatsache, daß diese beiden Länder aneinandergrenzen, während Syrien von Ägypten so weit entfernt ist wie Holland von der Schweiz. DZ