Vor Jahren, als die Ärzte ihn, den von schwerer Krankheit Genesenden, warnten, erwiderte Pius XII.: "Nach meinem Tod werde ich genug Zeit haben, mich auszuruhen." Der Papst schien unermüdlich. Für ihn hatte der Tag nie weniger als 16 Arbeitsstunden, und aus der Umgebung des Heiligen Vaters war zu hören, daß er jeden Abend der Erschöpfung nahe war. So ging es unverändert, seit Kardinal Pacelli Anno 1939 zum Oberhaupt der katholischen Christenheit gewählt wurde. Freilich hörte man zugleich, der Papst sei durch eine außergewöhnliche Regenerationsfähigkeit ausgezeichnet. Dies ließ bis zum letzten Moment hoffen, er werde auch diesmal genesen. Seine schlanke Gestalt, die Harmonie seines Wesens, die hohe Würde, ja Grazie seiner Bewegungen und Gesten verrieten, woher die unvergleichliche Autorität stammte, die der Papst auch auf Nichtkatholiken und sogar auf Ungläubige ausübte: Pius XII. – ein moderner Mensch, ein überlegener Geist, ein leidenschaftlicher Mahner, ein souveräner Kämpfer gegen alles, was den Ungeist unserer Gegenwart ausmacht. M-M