Camper untereinander

Die mit allem Komfort ausgestatteten Campingplätze sind heute vielfach so überbevölkert, daß es für uns alte Zelter kein Genuß mehr ist, die Ferien in solchen Appartements am Wiesenrain zu verbringen." Diese Worte des Gründers und Präsidenten des Deutschen Camping-Clubs, der kürzlich auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken (konnte, richten sich mit tiefer Resignation gegen die Auswüchse, des "kultivierten Nomadenlebens", das die elf Münchener Faltbootfahrer, die 1948 den Club gründeten, nicht vorausgesehen haben.

Damals definierten die Zelt-Nomaden fröhlich: "Camping heißt: Sich in der Natur frische Luft um die Nase wehen lassen, losgelöst vom Rummel des Großstadtbetriebes; sich sein eigenes Haus dort aufbauen, wo man dazu Lust hat, allein oder in der Gesellschaft Gleichgesinnter ein kultiviertes Nomadenleben führen und im Zeitalter der Technik sich noch Sinn für Romantik bewahren." Die Camper, die heute mit allen erdenklichen zivilisatorischen Ausrüstungen auf den 2200 deutschen Campingplätzen anreisen, hätten dafür gesorgt, daß von der ersehnten Romantik nichts mehr übriggeblieben sei. Nun haben sich die "klassischen Camper" entschlossen, Campingplätze anzulegen, die nur für die naturhungrigen 75 000 Mitglieder des Clubs reserviert bleiben. sp

Nur die Hälfte der vorhandenen Betten war in diesem Jahr im regenreichen Juni in den Seebädern belegt. Dabei übernachteten im gleichen Monat in den Hotels und Pensionen der Bundesrepublik beinahe eine Million mehr Gäste als im Vorjahr.