Im alten Schloß von Eutin, in dem ihm sein Neffe, der Erbgroßherzog von Oldenburg, im Jahre 1945 ein bescheidenes Flüchtlingsquartier einräumte (über vierhundert Vertriebene waren bereits dort untergebracht), feierte am vergangenen Wochenende Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg seinen 85. Geburtstag.

Der heutigen Generation ist der Sohn des Großherzogs Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin und seiner Gemahlin, einer geborenen Prinzessin von Schwarzburg-Rudolstadt, vor allem als ein einst sehr erfolgreicher und gefeierter Sportsmann und als Ehrenpräsident des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland und der Olympischen Gesellschaft bekannt. Der Ruhm des Reiters und Jägers hat den Ruf des Wissenschaftlers überschattet – zu Unrecht, denn der letzte Kaiserliche Gouverneur von Togo, der schon im Jahre 1902 Afrika zu durchstreifen und zu durchforschen begann, gehört zu den sachverständigsten Kennern des Schwarzen Erdteils.

Ein großes zehnbändiges wissenschaftliches Werk, vornehmlich die Ausbeute seiner Zentralafrika-Expedition von 1907 und seiner Bereisung des Kongogebietes sowie zahlreicher Jagdreisen, ist Zeugnis seiner Forscherarbeit. Diese hervorragenden Kenntnisse und seine große Menschlichkeit ließen ihn zum besten aller Gouverneure werden, die das Kaiserreich in die Welt hinausgesandt hat. Die Verwaltung von Togo galt als vorbildlich. Die treue Anhänglichkeit, die ihm noch heute viele seiner "Untertanen" brieflich (und auch durch Besuche in Eutin) zum Ausdruck bringen, sind der beste Beweis hierfür. W. K.