Mit vollen Auftragsbüchern und einer optimistischen Beurteilung des künftigen Geschäftes hat einer der größten Stahlerzeuger Schwedens – die Sandvikener Stahlwerke AG, Sandviken/Schweden – soeben den Aufbau seiner Verkaufsorganisation in der Bundesrepublik beendet. Die deutsche Tochter des schwedischen Unternehmens, die Sandvikstahl GmbH, Düsseldorf, gehört der Mutter zu 100 v. H. und steht auch unter rein schwedischer Regie. Das Unternehmen verspricht sich für den Vertrieb seiner Qualitätsstahlerzeugnisse steigende Umsätze in der Bundesrepublik. Sandvik ist nunmehr wieder – die Handelsbeziehungen bestehen seit dem vorigen Jahrhundert – in sieben deutschen Städten mit dem Hauptsitz in Düsseldorf vertreten.

Die schwedische Muttergesellschaft hat eine Rohstahlkapazität von 100 000 t im Jahr; daraus werden etwa 73 000 t Edelstahlerzeugnisse hergestellt. Die Musik des Unternehmens liegt offensichtlich in seinen Produktionskosten, die durch eine standortgebundene eigene Erzbasis, eigene Stromerzeugung (aus Wasserkraft), günstige Einkaufsmöglichkeiten für Zusatzmetalle sowie verfahrenstechnische Vorteile bei der Stahlerzeugung vergleichsweise niedrig sind. Der Kostenvorsprung des Schwedenstahls auf dem deutschen Markt geht so weit, daß die Erzeugnisse aus Sandviken trotz Belastung durch den Zoll und die Umsatzausgleichssteuer – im Durchschnitt 12 v. H. – nicht nur noch konkurrenzfähig sind, sondern auch noch einen Spielraum für ihre Preispolitik haben, Schweden hat zwar nach dem Kriege relativ spät sein Herz für den deutschen Markt entdeckt, aber in den letzten vier Jahren sind die Sandvikener Stahlwerke speziell auf dem Werkzeug- und Hartmatellsektor eine ernsthafte Konkurrenz in der Bundesrepublik geworden.

Von einer Marktflaute hat das schwedische Unternehmen, das über 60 v. H. seiner Erzeugnisse exportiert, bisher so gut wie nichts gespült. In der Bundesrepublik, die nach der Größenordnung für die Sandvik-Exporteure an dritter Stelle rangiert, verfügen die Verkäufer der Sandvikstail GmbH über einen Auftragsbestand von durchschnittlich 4 bis 5 Monaten. Das Auftragspolster werde sogar laufend größer. Der Umsatz von Sandvikstahl auf dem deutschen Markt ist von 1 Mill. DM im Startjahr nach dem Kriege, 1955, auf 12 Mill. DM in 1957 gestiegen. Für das laufende Jahr wird eine weitere Umsatzsteigerung auf 16 und im nächsten Jahr auf 20 Mill. DM erwartet. "Die größten Erfolge als Stahlhersteller haben wir bisher auf den hochindustrialisierten Märkten erzielt, von denen die Bundesrepublik einer der bedeutendsten und interessantesten ist. Wir glauben deshalb, daß auch die deutsche Industrie uns braucht...", sagte bei der Eröffnung der Düsseldorfer Niederlassung Direktor Joel Larsson. Nmn.