In einem Roman von Dickens kommt es vor, daß ein Fragesteller fürchtet, seine Fragen könnten als peinliches Eindringen in die persönlichen Sphären des Glaubens und Meinens empfunden werden, weswegen er ihnen, mildernd und halb im Scherz, anfügt: I ask only for Information.

Das bedeutet: Bitte, wenn Sie von mir erwarten, daß ich keinen Unsinn rede, informieren Sie mich über die Tatsachen, die ich nicht alle kennen kann.

Wenn immer einem Journalisten irgend etwas mißlingt – Würde und Fragwürdigkeit dieses Berufes verbinden sich im Risiko des Mißlingens –, lautet der übliche und oft berechtigte Vorwurf: Aber warum haben Sie sich denn nicht vorher (besser) informiert?

Dafür gibt es nun viele Gründe. Zum Beispiel den: daß Informationen oft bewußt zurückgehalten werden. Es ist dann eine Frage des Taktes, die nur von Fall zu Fall entschieden werden kann, welche Mittel eingesetzt werden dürfen, solche Informationen trotzdem zu bekommen.

Dadurch, daß heute offenbar oft und wohl nicht zufällig der Eindruck besteht, Informationen würden mit Vorliebe auf jenem schmalen Pfade herangeholt, der zwischen anständiger Klarheit und vieldeutiger Obskurität sich unübersichtlich windet, kann auch in der harmlosen und ganz offen gestellten Bitte um Information etwas Drohendes, Hintergründiges, Unanständiges mitschwingen. Das hatte ich nicht bedacht, als ich bat, dort, wo ich in guter Absicht etwa irrte, eines Besseren belehrt zu werden. Dieser Hinter-Sinn des Wortes Information war mir fern, als ich für einen Überblick über das Studium der Germanistik, der vor kurzem (ganz ohne unser Mittun) akut geworden ist und nun versucht werden soll – um doch einmal davon zu reden, um manches zu klären, um hier und da Kontakte zu schließen – nicht nur um "Hilfe", "Anregung" und "Kritik" derjenigen, die es angeht, bat – sondern auch um "Information". Nichts Verruchtes war damit gemeint. Leo