Im Frühjahr dieses Jahres sagte mir ein kluger alter Politiker in Bagdad: "Der Ostblock hat noch ganz andere Möglichkeiten als Waffenlieferungen, um das Feuer im Nahen Osten zu schüren – weit unverfänglichere und friedfertigere. Er braucht weiter nichts zu tun, als wesentliche Teile der mehr als 3 Millionen Juden, die heute noch im Ostblock leben, auszuweisen oder auch nur wohlwollend nach Israel "heimreisen zu lassen", und schon wären die Probleme für das bis an den Rand gefüllte Israel (dort leben heute 1,7 Millionen Juden) und seine besorgten Nachbarn unausdenkbar groß.

Ob solche Erwägungen hinter der Nachricht stehen, die am vergangenen Sonntag der Observer brachte? Dort heißt es, Polen und Rumänien hätten nach einer fast vollständigen Sperre seit1950 jetzt die Einwanderung nach Israel freigegeben und in Ungarn fänden ebenfalls Verhandlungen statt. Wenn auch sie zu einem positiven Ergebnis gelangten, rechne man mit dem Auszug von 90 000 Juden aus Osteuropa. Sowjetrußland hat übrigens verlangt, daß alle Juden, die aus dem ehemals polnischen Teil der UdSSR nach Polen repatriiert werden und weiter wandern wollen, von den Polen ein Jahr in Quarantäne gehalten werden müssen, ehe sie nach Israel ausreisen dürfen. Offenbar sollen die Erinnerungen erst ein wenig verblassen. Dff