Im Zusammenhang mit der Rentenreform hatten die privaten Lebensversicherungsunternehmen einen erfreulichen Geschäftszugang zu verzeichnen, weil viele Sozialversicherungspflichtige von der Möglichkeit der Freistellung von dieser Pflicht Gebrauch machten und statt dessen einen Lebensversicherungsvertrag abschlössen. Insofern war das Versicherungsjahr 1957 kein Normaljahr für die Lebensversicherungswirtschaft. Zieht man aber den aus dieser Sonderaktion resultierenden Neuzugang ab, dann bleibt immer noch ein gesundes Wachstum der Lebensversicherungen übrig, was sich aus der Entwicklung des Versicherungsbestandes der Mannheimer Lebensversicherungsgesellschaft AG, Mannheim, die ruhig als "Normalfall" angesehen werden kann, unschwer ablesen läßt: Versicherungsbestand 1956 = 206 Mill. DM, 1957 = 257 Mill., 30. 6. 58 = 270 Mill. DM. Da der Schwerpunkt des Neugeschäfts von jeher in den letzten Monaten eines Kalenderjahres liegt, kann damit gerechnet werden, daß sich noch ein weiterer erheblicher Neuzugang bis Ende dieses Jahres ergibt.

Aus Prämieneinnahmen und Kapitalerträgen wurden die Vermögensanlagen der Mannheimer Lebensversicherungsgesellschaft in 1957 um 6 Mill. DM vergrößert. Der Anteil der Ausgleichsforderungen an diesen Vermögensanlagen ist demzufolge auf 10,19 (12,46) v. H. zurückgegangen, Bemerkenswert ist, daß bei den Neuanlagen Grundbesitz und Hypotheken bevorzugt wurden, während der Anteil der Schuldscheinforderungen und Darlehen zurückgegangen ist. Immerhin beträgt er immer noch 40,5 (42,9) v. H. Der Durchschnittsertrag der festen Kapitalanlagen ist enschließlich der niedrig verzinsbaren Ausgleichsforderungen auf 6,91 v. H. gestiegen. Die Erhöhung des technischen Durchschnittszinsfußes führte in den einzelnen "Gewinnverbänden" zu höheren Zuweisungen an die Rückstellungen für Beitragsrückerstattung. Die Gewinnsätze wurden überall erhöht.

Auf das zur Hälfte eingezahlte Aktienkapital von 1 Mill. DM wird ein Betrag von 50 000 DM ausgeschüttet. 90 v. H. des Aktienkapitals befinden sich bei der Mannheimer Versicherungsgesellschaft, mit der eine Organisationsgemeinschaft bestellt. Die Mannheimer Lebensversicherungsgesellschaft hat ihrerseits 10 v. H. der Aktien der Mannheimer Versicherungsgesellschaft mit einem Nennbetrag von 0,16 Mill. DM im Besitz, die mit 0,122 Mill. eingezahlt sind. -dt