Wie der Wahrheit gewordene Angsttraum eines radikalen Kulturpessimisten mutet das Schicksal eines sechzehnjährigen Jungen in Wimbledon (England) an, das vor dem Jugendgericht zur Sprache kam. Der Richter aber konnte nichts turt, als den Fall an die Ärzte weiterzugeben Und dein Jungen zuzureden, daß er sich willig behandeln lassen möge. Denn es handelt sich um eine manische Besessenheit, die leicht in positive Geisteskrankheit ausarten könnte.

Im Altertum und im Mittelalter waren Menscheh von bösen Geistern besessen. Die wufdeh, wenn alles gutging, von Priestern ausgetrieben, wie es noch heute bei primitiven Völkern im Urwald geschieht. Der aufgeklärte Europäer hat sich daran gewöhnt, über dergleichen zu lächeln. Er hätte es nicht zu früh tun sollen.

Jener englische Junge ist von dem Fernsehgerät beihext. Seitdem er aus der Schule entlassen wurde, ist er von dem Bildschirm nicht mehr wegzubri: gen, für kein Gespräch, keine Gesellschaft, keil sonstige Unterhaltung mehr zu haben. Er versuc sogar, die eigenen Eltern einzusperren, bloß um i seiner unersättlichen Bildergier nicht gestört z werden. Der Gang des Vaters zum Richter W schon ein Verzweiflungsakt völliger Ratlosigke Man braucht aus dem tragischen Vorkommt! nicht den Schluß zu ziehen, daß die Auswirkui des Fernsehzaubers so aussehen müsse. Daß si aussehen kann, ist schon schlimm genug. Es soll uns ermahnen, zu bedenken, daß gerade die jung Menschen (von den alten wollen wir hier nie reden) des technischen Zeitalters eines Vorrats i inneren Werten bedürfen, um dem "bösen Geis der Zivilisationsmaschinerien nicht wehrlos au geliefert zu sein und der mechanischen Verführui