Professor Franz Böhm, CDU-Abgeordneter des Bundestages, ist Vorsitzender der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Seit er 1952 als Leiter einer deutschen Kommission in den Haag geschickt wurde, um mit Vertretern des Staates Israel und der jüdischen Weltverbände über die Wiedergutmachungsverträge zu verhandeln, hat er sich mit Überzeugung und nie erlahmendem Idealismus in den Dienst dieser Aufgabe gestellt. Er ist der eigentliche Vater des Israel-Abkommens. Als Professor Böhm jetzt zusammen mit dem SPD-Abgeordneten Alfred Frenzel, der während der Hitler-Zeit emigriert war und in der Royal Air Force diente, in Israel an einer Konferenz ehemaliger Widerstandskämpfer teilnehmen wollte, wurde beiden die Teilnahme (auch als Beobachter) verwehrt.

Diese Maßnahme bringt zum Ausdruck, daß man in Israel offenbar der Meinung ist, es habe in der Vergangenheit keine deutschen Widerstandskämpfer gegeben und es gäbe in der Gegenwart keine Deutschen, mit denen man sich an einen Tisch setzen könne. Das ist sehr bedauerlich, denn solche Kollektivurteile können für die Zukunft nichts Gutes bedeuten. Die Menschen sind nun einmal unbeständige Geschöpfe, und darum kann man sich nicht auf Generationen währende Zerknirschung verlassen. Freundschaft jedenfalls ist dauerhafter und verläßt licher als schlechtes Gewissen – dessen sollten auch die Israelis eingedenk sein. Dff