Das Problem der älteren Arbeitnehmer ist so alt wie bekannt. Es ist auch nicht auf die Bundesrepublik beschränkt. Insbesondere sind es die arbeitslosen älteren Angestellten, denen sich die Aufmerksamkeit der maßgebenden Stellen zuwendet. Manches ist geschehen in den letzten Jahren. Auch bei uns konnte die Arbeitslosigkeit der älteren Arbeitnehmer mehr und mehr abgebaut werden. Womit allerdings nicht gesagt sein soll, daß dieses Problem bereits befriedigend gelöst sei.

Klingt es angesichts all der laufenden Bemühungen auf diesem Gebiet nicht fast unglaublich, wenn man hört, daß ein in Nordhessen angesiedelter Zweigbetrieb eines großen Unternehmens nur Arbeitskräfte unter 45 Jahren einstellt? Was die Haltung der Geschäftsführung des Betriebes um so unverständlicher erscheinen läßt, ist die Tatsache, daß es sich um ein bedeutendes bundeseigenes Unternehmen handelt. Um ein Unternehmen, dem es – sehr vorsichtig formuliert – ausgezeichnet geht. Freilich ist auch ein Betrieb der öffentlichen Hand kein Wohlfahrtsinstitut; auch er muß nach wirtschaftlichen Grundsätzen geführt werden. Kann es sich aber eine Volkswirtschaft, können wir es uns leisten, Männer in den besten Jahren zu "altem Eisen" zu erklären? Kann man nicht von erfahrenen Betriebsleitern hören, daß die Facharbeiter einer Reihe von Berufen erst im Alter von 40 bis 45 Jahren ihre höchste Leistungsfähigkeit erreichen? Und nun sollen sie mit 45 Jahren nicht mehr zu verwenden sein? Hier stimmt doch etwas nicht.

Bedenkt man überhaupt die psychologische Wirkung, wenn Arbeitskräften mit 45 Jahren und darüber gesagt wird, sie seien "zu alt"? Und was würden die gescheiten Herren, die ältere Arbeitnehmer ablehnen, wohl sagen, wenn man sie selbst auf Grund ihres Alters als "minderleistungsfähig" bezeichnen würde? Um bei unserem Beispiel zu bleiben: hier wird der privaten Wirtschaft ein denkbar schlechtes Beispiel gegeben. Für diese Haltung der Unternehmensleitung gibt es nur das Prädikat: unsozial. K. M.

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Der Rheinstahl Industrie-Planung GmbH, Düsseldorf, einer Tochtergesellschaft der Rheinischen Stahlwerke Essen, ist ein Planungsauftrag für ein Hüttenwerk in Finnland erteilt worden. Der Vertrag für die Projektierung dieses Hüttenwerkes von 150 000 t Rohstahlkapazität ist in Düsseldorf von dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates der finnischen Gesellschaft Otanmäki O/Y., Minister Leskinen, unterzeichnet worden.