Die österreichische Vorarlberger Illwerke AG, Bregenz, hat im Geschäftsjahr 1957/58 (31. 3.) ihre Kapazität erweitert. Neue Projekte sind im Ausbau bzw. in der Planung. Das Unternehmen liefert einen Teil seiner Stromerzeugung an das RWE und an die Energie-Versorgung Schwaben AG. Das ist aber nur eine der Bindungen an die Bundesrepublik. Den deutschen Wertpapiersparern ist die Gesellschaft noch durch ihre Anleihen bekannt, die in den Jahren 1938 bis 1944 aufgelegt wurden. Die am 8. Mai 1945 im Besitz von natürlichen oder juristischen Personen deutscher Staatsangehörigkeit liegenden Stücke sind nach dem österreichischen Staatsvertrag von 1955 als ehemalige deutsche Vermögenswerte an die Republik Österreich übertragen worden, Österreich hat sich in einem Vertrag mit der Deutschen Bundesrepublik 1958 zur Rückgabe der an sie übertragenen Vermögenschaften einschließlich Zinsen ab 1. Januar 1953 an deutsche natürliche Personen bis zu einer Wertgrenze von je 260 000 Schilling bereit erklärt.

In ihrem Geschäftsbericht erläutert jetzt die Vorarlberger Illwerke AG, welche Auswirkungen dieser Vertrag auf die deutschen Anleiheinhaber hat. Die Anleihedienstschulden aus den Anleihen von 1938 bis 1944 werden nach Durchführung des Vermögensvertrages zum Teil an deutsche Staatsangehörige und zum Teil an die Republik Österreich geschuldet. Im Zusammenhang damit hat die Gesellschaft mit der Republik Österreich Umschuldungsverträge abgeschlossen, in denen die Wiederaufnahme des Anleihedienstes hinsichtlich Verzinsung und Tilgung an den vorerwähnten Stücken geregelt ist. Auf Grund dieser Verträge ist die Ausgabe von Umschuldungsschuldverschreibungen vorgesehen. Für diese werden, abgesehen von Besonderheiten, die im Hinblick auf den Vermögensvertrag und dessen praktische Durchführung zu vereinbaren waren, grundsätzlich die Laufzeit, Zinssätze und die Bedingungen der ursprünglichen Anleihen gelten. Auch hinsichtlich der Kapital- und Zinsbeträge, die die Gesellschaft weiterhin der Republik Österreich schulden wird, sind in den Umschuldungsverträgen besondere Vereinbarungen getroffen. Durch diese Abmachungen sind die Rückstände aus den RM/Schilling-Anleihen 1938 bis 1944 konsolidiert worden.

Die vorgesehene Umschuldung kann erst nach Durchführung der österreichischen Wertpapierbereinigung erfolgen. Die Wertpapierbereinigung der Anleihen, von 1938 bis 1948 ist abgeschlossen. Die Anleihen von 1942, 1943 und 1944 sind zur Anmeldung aufgerufen. -dt