hst. -Düsseldorf

In den vergangenen Jahren hat es in vielen Städten nicht an Versuchen gefehlt, die Bürger für die Kommunalpolitik zu interessieren. Einladungen zu Ratsherrensitzungen, öffentliche Etatauslegung, Werbezeitschriften, Broschüren – jede Stadt versuchte es auf eigene Weise. Der Erfolg war meistens mäßig.

Einen ganz und gar neuen Weg hat die Düsseldorfer Stadtverwaltung unter Oberbürgermeister Glock (SPD) und Oberstadtdirektor Dr. Hensel (CDU) jetzt eingeschlagen. Es begannn damit, daß in den örtlichen Tageszeitungen Anzeigen erschienen:

"Die Stadt läßt bitten. Wie funktioniert eine moderne Großstadt? Welche Einrichtungen sind nötig, damit die 680 000 Bürger Düsseldorfs sich in ihrer Stadt wohl fühlen können? Gewiß, jeder Bürger weiß, daß in Düsseldorf vor einiger – Zeit eine Chirurgische Klinik eingeweiht wurde, deren Einrichtungen weit über die Grenzen Düsseldorfs hinaus Aufsehen erregt haben. Jedem Bürger ist bekannt, daß seine Stadt von Kraftwerken mit Energie versorgt wird, die als beispielhaft gelten. Jedem Bürger ist geläufig, daß seine Stadt in den letzten Jahren zahlreiche Schulen gebaut hat, daß im Verkehrswesen, in der Gestaltung von Grünanlagen und auf manchen anderen Gebieten Vorbildliches geschaffen wurde.

Doch Hand aufs Herz! Kennen Sie alle diese Einrichtungen – aus eigener Anschauung? – Wahrscheinlich nicht. Deshalb bittet die Stadt Düsseldorf ihre Bürger, morgen früh, Sonntag, 26.Oktober, in der Zeit von 11 bis 13 Uhr zur Besichtigung einer der Einrichtungen, die nachfolgend aufgeführt sind.

Rat und Verwaltung bitten alle Düsseldorfer herzlichst, dieser Einladung Folge zu leisten." Es konnten besichtigt werden:

Die Städtischen Krankenanstalten (Neue Chirurgische Klinik), das Kraftwerk Lausward, das Kraftwerk Flingern, die Kokerei Flingern, die neue Feuerwache Oberkassel, der Fuhrpark, der Nordpark, das Opernhaus, der neue Omnibus-Betriebsbahnhof, das Wasserwerk Flehe und die Annettevon-Droste-Hülshoff-Schule – Mädchen-Gymnasium Benrath.