Düsseldorf, Ratinger Straße Nummer 45: ein gewöhnliches Haus, das ins Bild der Düsseldorfer Altstadt gehört. Doch eine Tafel verkündet, daß hier im Jahre 1840 der Dichter Immermann verstorben ist. Johanna Ey hatte sich hier vor dem letzten Weltkrieg eine kleine Bäckerei errichtet; doch bald schenkte dieses Düsseldorfer Original an der Ruhr auch auf Wunsch Kaffee an die Gäste aus, die aus Professoren und Studenten bestanden. Sie nahm Bilder von den Akademie-Studenten in Zahlung, und bald entstand ein kleiner Kunstsalon. Später bezog Johanna Ey größere Räume: ein Ladenlokal. Sie wurde Kunsthändlerin. Versuche, das durch Boykott und Bomben vernichtete Lokal nach dem Kriege wieder zu eröffnen, scheiterten. Johanna Ey ist tot.

Von vielen Künstlern ist die gemütlich aussehende Frau mit dem Herzen auf dem rechten Fleck porträtiert worden. Anna Klapheck hat diese und viele andere Bilder und Zeichnungen in ihrem Buch „Mutter Ey – eine Düsseldorfer Künstlerlegende“ (Droste-Verlag, Düsseldorf, 72 S., 15,80 Mark) zusammengetragen. Ein Kapitelchen rheinischer Kunstgeschichte. Chr. M.