Die Spiegelflut erglänzt zu meinen Füßen,

Zu neuen Ufern lockt ein neuer Tag.

So beschrieb er denn Wert und Sinn des Lebens, um sie abzuwägen gegen Wertlosigkeit und Unsinn eines leeren Dahinvegetierens, er zitierte Schopenhauer und die Gebote der Kirche und kam zu dem Schluß: unter bestimmten Voraussetzungen sei auch der Selbstmord vertretbar. Die Arbeit wurde damals, unter "Druck von oben", wegen ihres "nihilistischen Lebenspessimismus‘" als "mangelhaft" beurteilt – von einem Deutschlehrer, der wenige Jahre darauf Selbstmord be-

Dann kam der Wehrdienst, dann der Krieg, schließlich das Studium. Zur Beschreibung des nächsten biographischen Fragments unserer zusammengesetzten Figur geben wir dem Studienrat Werner Klose aus St. Peter das Wort:

"Viele Universitäten lernte er kennen, viele Kollegs hörte er willig in überfüllten Sälen. Geduldig saß er in vielen Seminaren, diente sich aus dem Massengetümmel der Vorkurse allmählich in die noch immer dicht gedrängte Phalanx der Kandidaten und Doktoranden. Er lernte viele Professoren kennen, miserable und geniale, dazwischen das brave Mittelmaß traditioneller Literaturverwalter. Jeder Beruf hält in sich noch einmal Auslese, und der Prozentsatz an Nieten ist zuletzt ziemlich gleich.

"Er studierte mit gleicher Inbrunst historische Grammatik, altdeutsche Bibelübersetzung, Heldenlied, höfische Epik, anakreontische Lyrik, aufgeklärte und klassische Poetik, romantische Novelle und realistischen Roman, naturalistisches Schauspiel und die Lyrik der Expressionisten.

"Er baute sein Staatsexamen und krönte seine Studien mit einer Dissertation über ‚Strukturelemente des deutschen Predigtstils bei Berthold von Regensburg‘, welche verdienstvolle Untersuchung er dankbar seinem Großvater widmete."