immer, schon im Mittelalter, auch gerade das:

Berufsschulen – für Theologen, für Juristen,

für Mediziner zum Beispiel.

2. Daß die Universität mehr sein kann und soll als eine gehobene Berufsschule, wird kein Vernünftiger leugnen; nur sollten viele traurige Erfahrungen, zuletzt mit dem sogenannten "Studium generale", vielleicht doch zu der Einsicht führen, daß dieses "Mehr" die Krönung jedes Studiums sein sollte, nicht aber die Basis.

3. Wenn es den meisten Studenten in erster Linie darauf ankommt, während des Studiums Berechtigungsnachweise für einen Beruf zu sammeln, so trifft die Schuld daran (falls es eine "Schuld" ist) doch nicht die Studenten, sondern die Berufs-Gesellschaft, die in erster Linie solche Nachweise verlangt.

Es geht, kurz gesagt und auf unser Thema gewendet, einfach nicht mehr an, den Sinn des Germanistik-Studiums eben im Germanistik-Studium zu sehen, wie das – unter dem Stichwort "zweckfreie Bildung, Wissenschaft, Forschung" – zuweilen noch geschieht. Denn die Verhältnisse, die sind nicht so...

Was die "reine Wissenschaft" der Germanistik sei, darüber gehen die Meinungen auseinander. Unleugbar ist sie sehr anlehnungsbedürftig – bei der Philosophie, der Soziologie und der Kunstgeschichte vor allem, zum Beispiel aber auch bei der Ethnographie (Nadler) oder bei der Biologie (Günther Müller). Demgegenüber können als die eigentlich tragfähigen Pfeiler einer verhältnismäßig selbständigen Germanistik nur Philologie und Geschichtswissenschaft gelten.