DIE ZEIT

Agatha Christie lesen

An Ludwig Zind haben wir nichts verloren. Mag er, der Antisemit, unterschlüpfen, wo immer er will. Erst hieß es, er sei zu Schiff nach Ägypten, jetzt vermutet die Interpol, er nähere sich Argentinien.

De Gaulle nach dem Sieg

Was den Gaullisten im ersten Wahlgang nicht gelang, ist ihnen im zweiten – bei der endgültigen Verteilung der Parlamentssitze geglückt: Sie haben einen Erdrutsch auslösen können.

Mißverständnis um Dulles

Ich bin bereit, Ihre Fragen zu beantworten" – so eröffnete der amerikanische Außenminister Dulles letzte Woche seine Pressekonferenz.

Auch eine Chance...

Es gab in der Welt noch immer Leute, und besonders viele in Deutschland, die erwarten, daß die große Chance eines Tages bei heiterem Sonnenschein daherspazieren werde und alles mitbrächte, was man so sehr ersehnt: die Versöhnung der Araber mit den Israelis, den Ausgleich der Nordafrikaner mit den Franzosen, die Sicherung Tschiang Kai-scheks auf Formosa, und schließlich die Wiedervereinigung.

Der Richter als Zensor

Schäffer will sich von seiner "Lex Soraya für jedermann", wie die "Neue Zürcher Zeitung" das in seinem Hause entworfene Ehrenschutzgesetz nennt, nichts abhandeln lassen.

Brief an die ZEIT

Über den Artikel in der ZEIT vom 28. November "Warum haben wir zuviel Kohle?" habe ich mich nicht nur wegen der freimütigen Sprache gefreut – Sie wissen, ich liebe die Diskussion –, sondern auch deshalb, weil hier einige Wahrheiten ausgesprochen wurden, die leider allzuoft vergessen werden.

Der kluge Felix und der große Elefant

Frankreichs Politik im "Schwarzen Afrika" südlich der Sahara ist gründlich durcheinandergeraten. Man hatte in Paris nicht damit gerechnet, daß eines der afrikanischen Territorien von de Gaulles Unabhängigkeitsangebot Gebrauch machen würde.

Töten ganz privat

Da hat, zwei Monate vor Kriegsende, ein Leutnant auf Hitler und auf den Nationalsozialismus geschimpft, und ein Oberleutnant hat ihn niedergeschossen.

ZEITSPIEGEL

"Eine sowjetische Filmschauspielerin unterscheidet sich in gar nichts von einem Hollywood-Star. Sie weiß nicht, was sie mit ihrem vielen Geld anfangen soll.

Angst, Angst zu haben

Wer dieser Tage in Berlin jemanden, den er nicht persönlich kennt, nach seiner Stimmung fragt, wird stets die gleiche Antwort bekommen.

Streikwelle in Italien

Der Einsatz von Pionierabteilungen des italienischen Heeres nützte nur wenig: Durch den 24stündigen Eisenbahnerstreik wurde Mitte vergangener Woche der Schienenverkehr auf der Apenninen-Halbinsel fast völlig gelähmt.

KP-Aufstand Anno 23

Finfunddreißig Jahre sind es her, daß in Hamburgs Straßen der Aufruhr tobte. Kommunistische Stoßtrupps versuchten damals der bolschewistischen Parole "Alle Macht den Räten" auch in Deutschland endlich und endgültig zum Siege zu verhelfen.

Art Buchwald:: Es geschah an einem Sonnabend

Als das Ereignis am Sonnabend eintrat, sahen wir darin zunächst keinen Grund zur Panik. Es drehte sich um ein elektrisches Heißwassergerät, und da das kalte Wasser ungehindert weiter aus der Leitung floß, war das ganze ein klarer Fall für den Elektriker.

Kampf und Krieger in der Kunst (5)

Oft hört man die Klage, die Unverständlichkeit moderner Kunst beleidige den Betrachter. Er sei ja ihren Werken ohne Dolmetscher hilflos ausgeliefert.

Wie dunkel?

Moderne Kunst hat etwas Faszinierendes, traditionelle Kunst etwas Ehrfurchtgebietendes. Wie faszinierend, entstehen und erklingen zu lassen, was so noch nie erklungen ist! Wie ehrfurchtgebietend, nachempfinden zu dürfen, was Jahrhunderte überdauert hat.

ZEITMOSAIK

Unsere Jugend beherrscht keine Sprache, sie kennt keine Literatur, sie hat nicht einmal die Hauptwerke unserer großen Dichter wirklich in Ruhe gelesen und zu verstehen gesucht; aber sie hat die Quintessenz alles dessen, was je gewesen ist, in der Form von Urteilen zugefertigt erhalten, und sie stirbt am Ende ihrer Schulzeit vor Langeweile.

Die Oper lebt

Wer wüßte nicht, daß die Oper eine unmögliche Kunstgattung ist? Und daß sie es dieser Unmöglichkeit zum Trotz überlebt hat, alle paar Jahrzehnte – letzthin sogar noch öfter – totgesagt zu werden.

Honni soit qui mal y pense

Wir befinden uns auf einer Hamburger Kunstauktion. Das Angebot ist groß, vielseitig, aus fünf Jahrhunderten. Natürlich sind das alles "kleine Fische" im Vergleich mit den Auktionen in London und New York, wo die großen Objekte ausgeboten, wo die Millionen auf den Tisch geknallt werden, wo sie nur bieten und nicht nachdenken – wir haben davon mit amüsiertem Schaudern gelesen.

Molière in Moll

Die reisenden Theaterkompanien vermehren sich in Deutschland. Eine der interessantesten nennt sich altertümelnd "Die Schauspieltruppe".

Der blaue Reiter

Zwei Bilder von Wassily Kandinsky, zweimal das gleiche Motiv: der Reiter, der in der Vorstellungswelt des russischen Malers eine wichtige, fast legendäre Rolle spielt.

Salat à la mode

Die Lektüre von Verlagsprospekten, möchte man meinen, sei der trockensten Beschäftigungen eine. Doch sie hat durchaus ihre Reize und bietet Stoff genug zur Bewunderung, zur Verwunderung, zur Belustigung – und manchmal kommt einen ein Grauen an.

Wahn wurde Wirklichkeit

Die Schlacht ist aus, Köln verläßt als Sieger die Stätte, Düsseldorf ist ausgezählt – so sehen manche an Ruhr und Rhein den Ausgang jenes Flughafenstreites, der die Gemüter im größten Bundesland drei Jahre lang erhitzt hatte.

Partei der Widerlichkeit

Meißner, Karl, geboren 1920 in München, Gründer und "Reichsvorsitzender" der Partei DER DEUTSCHE BLOCK, deren rote Fahne mit dem leeren weißen Feld den Eindruck erweckt, als warte sie auf das verlorengegangene Hakenkreuz, stand vor der Fünften Strafkammer des Landgerichts München.

Baden- Württemberg: Ruhm ist kein Vermögen

Der Rechtsanwalt und Notar Prof. Dr. Max Apt hat das Ende seines Wiedergutmachungsprozesses nicht mehr erlebt. Er starb im vergangenen Jahr in Baden-Baden, als gerade seine Ansprüche vom Berufungsgericht abgelehnt worden waren.

Schleswig-Holstein: Schnatterverbot auf der Hallig

Der Hooger Gänsekrieg ist zu Ende. Anderthalb Jahre lang hat die Auseinandersetzung zwischen dem Lehrer der kleinen nordfriesischen Hallig und seiner Nachbarin das Amtsgericht in Husum und das Landgericht in Flensburg beschäftigt (siehe DIE ZEIT, Nr.

Na endlich!

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände hat in der vergangenen Woche ihre Mitgliederversammlung abgehalten. Der übliche, bei dieser Gelegenheit alljährlich vorgelegte Tätigkeitsbericht und die gehaltenen Reden bekräftigen im großen und ganzen die bekannte Konzeption, mit der die Unternehmer der Bundesrepublik seit Jahr und Tag an die sozialen Probleme herangehen.

Fischen im Tiefen

Die deutsche Hochseefischerei hat sich nach Bonn gewandt, um vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten einen höheren Auktions-Mindestpreis genehmigt zu bekommen.

Mißtrauen und Drohungen

Durch Indiskretionen der Beteiligten wird langsam bekannt, was auf dem Adenauer-de-Gaulle-Treffen in Bad Kreuznach im Hinblick auf Freihandelszone und Gemeinsamen Markt beschlossen worden ist.

Ein Ketzer in England

"In Ihrem Artikel über Grundsätze des Freihandels nennen Sie einen einzigen stichhaltigen Grund dafür, weshalb Großbritannien nicht dem Gemeinsamen Markt beitreten sollte: Sie sagen, daß der Außenzolltarif der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft auf Rohstoffimporte die Produktionskosten der britischen Industrie erhöhen würde.

Kapital für Herrn Jedermann

Die breitere Streuung des Eigentums ist ein erklärtes Ziel der Bundesregierung. Die Diskussion über dieses Thema ist seit Jahren im Gang, leidet aber, wie wir meinen, immer noch sehr unter dem Mangel an einigermaßen verläßlichen Daten über die Entwicklungen, die hinter uns liegen, und die Gegebenheiten, von denen der Gesetzgeber bei seinen eigentumsfördernden Maßnahmen auszugehen hat.

Geschäfte locken

Das Vordringen des Ostblocks auf dem lateinamerikanischen Markt wird in den Vereinigten Staaten mit zunehmender Besorgnis verfolgt.

Teures Bauland

Die Bodenpreise sind innerhalb der Stadtgebiete und an den Stadträndern in den letzten Jahren und besonders in den vergangenen Monaten sprunghaft gestiegen.

Der Straßenbau blieb auf dem Papier

Die Bonner Straßenbauexperten sehen arbeitsreichen Wochen entgegen. Das kurz vor den letzten Bundestagswahlen gesetzlich verankerte Ausbauprogramm für die Bundesfernstraßen (Bauvolumen: 22,4 Mrd.

Gestörter Winterschlaf

Die goldenen Zeiten der "Bundesanstalt für Arbeitslosenvermittlung und Arbeitslosenversicherung" scheinen vorüber zu sein. Das letzte, Ende März abgeschlossene Rechnungsjahr ergab erstmals keinen Überschuß, sondern ein Defizit von 38 Mill.

Politische Wolken am Börsenhorizont

Mit der Parole "Nerven behalten!" ging die Börse in den neuen Monat. Die ziemlich eindeutige Ablehnung der sowjetischen Berlin-Note durch die USA, England und Frankreich hat den deutschen Aktienmärkten zwar ein gewisses Maß an Festigkeit gebracht, aber es besteht wohl kein Zweifel, daß die nächsten Monate noch weitere politische Belastungen bringen werden.

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