Roboters Liebesbrief

„Teures Juwel, Du bist meine inbrünstige Anbetung. Mein Streben sehnt sich nach Deinem verführerischen Zauber. Meine Ergebenheit verehrt Deine wollüstige Glut. Meine Reize verzehren sich nach Deinem Begehren, Du, meine sieghafte Flamme. Verführerisch, Dein MUC.“ Der Verfasser dieses überschwenglichen Liebesbriefes ist der Rechenroboter der Universität Manchester. So weit sind wir. Noch ist der Automat nicht in der Lage, sein Liebeswerben über das Briefstadium hinaus zu verfolgen ...

Alte Service zu hohen Preisen

Kunstauktionen scheinen zur Zeit privilegierte Gebiete von Überraschungseffekten zu sein, wo von den Auktionatoren am liebsten die „unerhörten“ Gebote erhört werden. Auf der 452. und 453. Auktion bei Lempertz in Köln gab es zwar keine Sensation, aber doch sehr temperamentvolle Szenen und hohe Preise. Für ein Reiseservice des Augsburgers Johann Auffemwerth, einst ein Geschenk der Kaiserin Maria Theresia an General von Kempeten, wurden 33 000 DM bezahlt. Ein Silberservice Friedrichs des Großen, bestehend aus 48 Tellern und einer Anbietplatte mit Wärmeglocke (mit der Marke des Christian Lieberkühn), erzielte die Summe von 38 000 DM.

Ein„unfähiger” Intendant rehabilitiert

Zum neuen Intendanten der Städtischen Bühnen in Augsburg ist Dr. Karl Bauer gewählt worden. Der 58jährige Dr. Bauer war 17 Jahre lang Intendant der Städtischen Bühnen in Essen. Als man sich dort von ihm trennte, drang durch parteipolitische Indiskretion als Begründung „Unfähigkeit“ in die Presse. Augsburg blieb es vorbehalten, durch Bauers Wahl unter fast vierzig Bewerbern die Ehre eines Theaterleiters wiederherzustellen, der in Essen starke Künstlerpersönlichkeiten in den Vordergrund gerückt und als Intendant im Verborgenen gewirkt hatte.