DK-Hamburg

Der Büroschlaf ist eine beliebte Erholung und ganz besonders gesund, weil man dabei gleichzeitig schlafen und Geld verdienen kann. Er ist unabhängig von der Tageszeit. Er ist zu jeder Stunde – die Mittagspause ausgenommen – möglich.

Sehr ungeregelt sind bisher allerdings die Sitten des nächtlichen Büroschlafs gewesen. Aber da hat der Senat der Freien- und Hansestadt Hamburg jetzt Abhilfe geschaffen, indem er „An alle Abteilungen und Stationen“ ein Rundschreiben schickte („Betr.: Gewährung einer Nachtdienstzulage an Beamte, Angestellte und Arbeiter“), dessen Text und fünf Unterpunkte offiziell erklären, was sich nächtens an Büroschlaf gewinnen läßt.

Der Senat hat. beschlossen, „als Entschädigung für die üblicherweise im Nachtdienst entsprechenden Mehraufwendungen, insbesondere für Ernährung, eine widerrufliche Zulage nach folgenden Grundsätzen zu gewähren:

„1. Voraussetzung für die Zahlung der Nachtdienstzulage ist, daß allgemein oder im Einzelfall Dienst in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr angeordnet und geleistet worden ist. (Keine Anordnung ohne Leistung, keine Leistung ohne Anordnung!)

2. der Bedienstete sich innerhalb dieser Zeit, ohne Arbeit zu leisten, an der Arbeitsstelle oder an einem anderen ihm bestimmten Ort außerhalb der eigenen Häuslichkeit in wachem Zustand zur Verfügung zu halten hatte.“

Hier, in diesem Absatz 2, liegt die Chance! Ein geübter Büroschläfer ist ja trainiert, schlafend wie wach zu wirken. Er versteht es, sofern er fortgeschritten ist, mit offenen Augen zu schlafen. In diesem Zustand sogar noch in zögerndem Tempo wie tags zu arbeiten, mehr verlangt Punkt zwei für nachts ja nicht. Der Büroschläfer kann also, ohne Arbeit zu leisten, wach scheinen – und kriegt für diese Tätigkeit zum normalen Lohn noch fünfundzwanzig Pfennig stündlich dazu. Das ist das Bonbon der senatlichen Verfügung.

Woraus denn folgt, daß Büroschlaf des nachts rentabler ist und es nun mehr als früher lohnt, das Schlafen mit offenen Augen zu üben. Was man empfängt, ist laut Senatsbeschluß eine Aufwandsentschädigung – und die ist steuerfrei. Augen auf!