I. B., Hamburg

Die Leute, die von der Großstadt Hamburg aus eine Reise mit der Bundesbahn tun wollen, sehen sich zuweilen vor beträchtliche Schwierigkeiten gestellt. Und das nicht nur zur Sommerzeit, nein, auch im Winter – wenn es dieselbe Bundesbahn schwer hat, ihre Züge mit Passagieren zu füllen.

Da muß der Chef dringend verreisen. Beflissen greift die Sekretärin zum Telephon – wofür gibt es schließlich in Hamburg eine (einzige) Auskunftsstelle? Doch der Griff zum Telephon bleibt vergebens. Die Auskunft ist besetzt. Oder es bimmelt endlos, aber es meldet sich keiner. Schließlich wird der Lehrling direkt zur Bahnstation geschickt, um die Abfahrtszeiten von den dort aushängenden Plänen abzuschreiben.

Auch Herr Meier hängt sich, will er von Hamburg per Bahn in den sonnigen Urlaubssüden fahren, ans Telephon. Wiederum ertönt das Besetztzeichen – oder es bimmelt stundenlang, ohne daß sich jemand meldet. Die Auskunft hat Akkorddienst oder Frühstückspause. Also fährt Herr Meier nach der Arbeit umständlich zum Bahnhof und informiert sich dort an Ort und Stelle. Er flucht auf die Bahn und wünscht sich ein Auto.

Beide, der Chef und Herr Meier, fragen sich; Will die Bundesbahn sparen? Wenn ja, dann spart sie hier gewiß an der falschen Stelle. Oder gönnt sie der Konkurrenz, nämlich der Bundespost, die paar neuen Fernsprechanschlüsse nicht? Oder, noch schlimmer, läßt sich die Bahn am Auskunftstelephon verleugnen, auf daß der Kursbuchabsatz steige?